Lesungen in 2018

Lesungen als Rahmenprogramm zur Ausstellung Dimensionen nah und fern

vom 09.03. bis 29.06.2018

in Zusammenarbeit mit Beate Kohmann vom Lektorat Wortgut

 

Lesungen im Überblick 

Karten gibt es ab sofort direkt über das Kontaktformular dieser Homepage bzw. können telefonisch bestellt werden (AB). Als Vorverkaufsstellen stehen auch die "herzkammer" in St. Augustin-Hangelar und ROSENROT - Damen und Kindersecondhand in Vilich-Müldorf  zur Verfügung. Darüber hinaus nimmt das Stadtteilbüro "mitten im leden" in Vilich Anmeldungen entgegen (Adressen siehe Spalte rechts). Öffnungszeiten erfahren Sie hier: www.herz-kammer.de; www.mitten-im-leden.de und https://www.mitten-im-leden.de/veranstaltung/kunstwechsel/ sowie www.rosenrot-kindersecondhand.de

Lesungen im Detail

Freitag, 29.06. um 19.30 Uhr: Inselcocktail

Anja Eichbaum liest - bei gutem Wetter im Garten der Freiräume - aus ihrem Norderney-Krimi

Anja Eichbaum stammt aus dem Rheinland, wo sie bis heute mit ihrer Familie lebt. Als Diplom-Sozialarbeiterin arbeitet sie seit vielen Jahren leitend in der Kinder- und Jugendhilfe. Frühere biographische Stationen wie eine Krankenpflegeausbildung und ein »halbes« Germanistikstudium bildeten Grundlage und Füllhorn zugleich für ihr literarisches Arbeiten. Seit 2015 geht sie mit ihren Werken an die Öffentlichkeit und kann seitdem auf spannende Projekte und Erfolge verweisen (1. Platz für eine Thriller-Kurzgeschichte; Radioveröffentlichungen; Mitwirkung an »Bonn schreibt an Kinderbuch: Ankommen in Bonn«). Aus ihrer großen Liebe zum Meer und besonders zur ostfriesischen Insel

Norderney ist nun ihr erster Krimi entstanden.

www.anja-eichbaum.de

 

 

Vier Frauen reisen nach Norderney, um Johannes zu treffen: ihren Chatpartner ausdem Internet. Während sie ihren Dates entgegenfiebern, zieht ein schwererHerbststurm auf. Ausgerechnet jetzt findet sich eine Leiche am Strand. Wie gut,dass der Inselpolizist Martin Ziegler die Kriminalpsychologin Ruth Keiser anseiner Seite hat. Auf der vom Festland abgeschnittenen Insel stellen die beidenein provisorisches Ermittlerteam zusammen, das dem Sturm und der Diagnose»Herzversagen« trotzt.

(von der G meiner-Verlagsseite)

 

 

 

 

 

 

Kosten: Vorverkauf 10€ Tagseskasse 12€ inkl. Cocktail im Garten der Freiräume


Freitag, 25.05. um 19.30 Uhr: Bochumer Mörderwoche

Krimilesung mit Herbert Reichelt - muss leider wegen Erkrankung des Autors ausfallen -

Herbert Reichelt, promovierte Sozialwissenschaftler lebt seit 1986 in der Region und seit 2012 in Wachtberg-Berkum. Geboren wurde er 1951 in Herne und ist dort im Ruhrgebiet auch aufgewachsen. Nach dem Studium der Sozialwissenschaften und der Mitarbeit in einigen Forschungsprojekten an der Bochumer Ruhr-Universität war er ab 1983 in verschiedenen Funktionen für das Wissenschaftliche Institut der AOK und den AOK-Bundesverband tätig.

Erst im Ruhestand hat Herbert Reichelt hinreichend Zeit für die Schriftstellerei gefunden. Dabei stehen Krimis und komische Lyrik im Vordergrund. Im Herbst 2015 erschien sein erster Kriminalroman "Bochumer Mörderwoche". Außerdem hat er inzwischen drei Bände mit komischer Lyrik veröffentlicht, daneben weitere Veröffentlichungen von Kurzkrimis und Gedichten in Anthologien und Periodika.

"Bochumer Mörderwoche" heißt das Krimi-Debut von Herbert Reichelt. Und der Titel des Romans gibt bereits eines preis: Die gesamte Story spielt sich tatsächlich im Rahmen einer einzigen Kalenderwoche ab, und sie wird auch chronologisch entlang der sieben Wochentage und in enorm

hohem Tempo und äußerst spannend erzählt. Alles beginnt mit einem Mord im Villenviertel von Bochum-Stiepel. Das bestialische Verbrechen bildet den Auftakt für eine wahrlich mörderische Woche, die Hauptkommissar Jan Kolosky gemeinsam mit seiner selbstbewussten Kollegin Martina Rendeck und dem Team der Bochumer Mordkommission durchlebt. Der Leiter eines Forschungsteams beim ortsansässigen Pharma-Unternehmen Chenotrans, Dr. Markus Weindorf, ist in seinem eigenen Wohnhaus hingerichtet worden. Noch bei lebendigem Leib wurde ihm seine rechte Hand abgeschlagen. Die ersten Spuren führen Jan Kolosky und Martina Rendeck in die Niederungen des deutschen Gesundheitswesens. Sie machen Bekanntschaft mit korrupten Pharmamanagern, kriminellen Psychiatern, aber auch mit arglosen Hochschulprofessoren, die den Verbrechern ungewollt ihren Weg bereiten. Immer wieder kommen die Ermittler zu spät. Fünf Leichen pflastern im Laufe der Story die Wege von Kolosky und Rendeck, die ohnehin schon ihre liebe Mühe miteinander haben. Worum es bei dem Mord an Markus Weindorf in Bochum und den weiteren Verbrechen, die zu Schauplätzen in Troidorf, Koblenz und Ludwigshafen führen, wirklich geht, bleibt lange im Dunkeln. Puzzlestein für Puzzlestein müssen die beiden Kommissare zusammenfügen, um endlich den Hintergründen der Mordserie auf die Spur zu kommen …

 

Kosten: Vorverkauf 10€ Tagseskasse 12€ inkl. Wein/Selters/Knabbereien


Lesungen im Rückblick 

Heimsuchung - eine mecklenburgische Familiensaga über Fremdheit und Zusammenhalt

Die Matinee-Lesung mit Christel Spindler fand bei herrlichem Wetter im Garten der Freiräume statt.

Unter einem großen Baum sitzend, lauschten die Zuschauer am Sonntag, dem 6. Mai der Autorin,

die aus ihrem Roman "HeimSuchung" las. Die in Mecklenburg geborene Spindler erzählte eine leise

und eindringliche Familiengeschichte, mit erkennbar autobiographischen Bezügen. Keine leichte Kost,

aber gerade deshalb - oder trotzdem - passte sie so wunderbar in die frühsommerliche Umgebung, die

die Autorin sogar ein wenig an einen Garten in ihrem Geburtsort erinnert, den sie in ihrem Roman beschreibt.

Am Freitag, dem 13. las Paul Schaffrath aus seinem Provence-Krimi ...

Am Freitag, dem 13. (April) konnten die Zuschauer einen stimmungsvollen Abend in den Freiräumen genießen. Bei der spannenden und unterhaltsamen Lesung aus seinem Krimi „Der Nebel von Avignon“ entführte der Autor Paul Schaffrath die Zuschauer in eine provenzalische Kleinstadt, deren Postkartenidylle sich schnell als trügerisch erwies. In der Pause hatten die Zuhörer bei französischem Wein, Baguette und köstlichen Dips die Gelegenheit mit dem Autor und Verleger ins Gespräch zu kommen. In der zweiten Hälfte der Lesung unterhielt Schaffrath das

Publikum mit seiner gut gewählten, mörderischen Kurzgeschichte aus dem Buch „Zwischen Godorf und Gomorrah“.

Am Dienstag, 20. März las Gigi Louisoder aus ihren Kurzgeschichten ...

Aus ihrem Buch „Irgendwas ist immer" erzählte Gigi Louisoder wie ein Mann zum Schmuckstück, eine Fahrt mit dem Jaguar zur Katastrophe und eine Beerdigung an den Polarkreis führte. Da half Sport gegen Bosheiten und alte Träume wurden wahr. Eine Lesung für alle, die lieber zuhörten als die Zeit totzuschlagen – denn irgendwas ist schließlich immer. "Der intime Charakter der Freiräume und die Atmosphäre haben mir gefallen" - so die Rückmeldung eines Zuhörers - "ich komme gerne wieder."

Am Dienstag, 13. März war love in the air ...

Am 13. März ging die unterhaltsame Zeitreise in Form von heiteren Erinnerungen in Wort, Bild und Ton an die wilden und bunten 70er-Jahre mit Bea Tradt weiter. Es wurde viel gelacht bei dem Rückblick auf die damaligen

„Mode-Entgleisungen“, die wir alle mitgemacht haben, ebenso wie die „Trimm-Dich“-Bewegung, bei Erinnerungen an Telefonzellen mit vollgeschmierten Telefonbüchern, Schreibmaschinen, mit denen man sich nicht verschreiben durfte, „gesunden“ Menthol-Zigaretten, die bei Halsschmerzen halfen, dem Kuppelei-Paragraphen, es wurde

mitgesungen bei den Songs von Abba, Marianne Rosenberg und den BeeGees, und wieder waren wir uns alle einig, dass – unter bewusster Ausblendung der politischen Ereignisse, die wir damals zwar mitbekamen, die uns aber nicht persönlich tangierten, auch die Siebziger ein tolles Jahrzehnt war, das uns alle geprägt hat! Und die kleine Brotzeit in der Pause mundete auch wie man sieht.

Freitag, 09.03.2018 hieß es: „Island – Insel aus Feuer und Eis“ ...

Die Übersetzerin Tina Flecken erzählte von ihrer Arbeit mit isländischer Literatur und gab Kostproben ihres Schaffens. Moderiert wurde die Lesung von der Bonner Krimiautorin Alexa Thiesmeyer.

Viele Zuhörer, die am 9. März in die Freiräume gekommen waren, haben Island bereits selbst bereist und teilen die Begeisterung und Faszination für das "Land aus Feuer und Eis" mit der Kölner Übersetzerin Tina Flecken und der Bonner Krimiautorin Alexa Thiesmeyer. In einem angeregten Gespräch erläutert Flecken, die mehrere Jahren in Island gelebt und an der Universität in Reykjavik Isländisch studiert hat, den interessierten Zuhörern die Besonderheiten der Übersetzung aus einer Sprache, die zum Teil - abgesehen von stärkeren Veränderungen

in der Aussprache und vielen Wortneuschöpfungen - noch fast identisch mit der alten Wikingersprache, dem Altnordischen ist. Kostproben auf Isländisch gab es beim Vorlesen einiger Bónus Supermarktgedichte von

Andri Snær Magnason und einem kleinen Auszug aus den berühmten Islandsagas, an deren Neuübersetzung Flecken mitgewirkt hat. Dass die unterschiedlichen Nuancen des Fells von Schafen eine Übersetzerin fast an ihre Grenzen bringen können und der typisch isländische „Hot Pot“ nicht als richtige Übersetzung erkannt wird und kurzerhand vom Verlag zum „Hot Tub“ verunglimpft wird, erfuhren die Zuhörer ebenfalls. Natürlich kam auch der

isländische Krimi nicht zu kurz und Flecken stellte u.a. die Autorin Yrsa Sigurdardóttir vor, deren Bücher sie übersetzt. Die Zuhörer nahmen viele neue Eindrücke über die Besonderheiten des weiten Landes mit

all seinen Naturphänomenen mit, das aber auch manchmal fast zu eng sein kann, wenn sich das kulturelle Leben nur in der Hauptstadt abspielt und jeder jeden kennt. Die Frage, ob es wirklich Elfen in Island gibt, konnte nicht

abschließend geklärt werden.

Lesungen als Rahmenprogramm zur Ausstellung Kunst(wechsel) und Spurensuche vom 26.01.bis 25.02.2018

 

Lesungen im Über-  und Rückblick 


Dienstag, den 20. Februar 2018 um 15.30 Uhr "Das bisschen Schillern einer Spur "

- Prosa und Lyrik von und mit Marita Bagdahn und Marlies Förster.

Mit „Das bisschen Schillern einer Spur“ ging am 20. Februar das Lesungsprogramm zur Ausstellung Kuns(wechsel) und Spurensuche erfolgreich zu Ende. Die Bonner Autorinnen Marlies Förster und Marita Bagdahn nahmen die zahlreichen aufmerksamen Zuhörer*innen (volles Haus!) mit einer gelungenen Mischung aus Lyrik und Prosa mit auf den Weg in innere und äußere Welten. Gebannt lauschten die Gäste den schillernden, poetischen, nachdenklichen, amüsanten und spannenden Gedichten und Texten. Marlies Förster trug Gedichte aus ihrem neuen Lyrikband „Wegzeichen“ vor, gefolgt von Romanschnipseln aus ihrem Roman „Das bisschen Schillern einer Spur“ und endete mit Gedichten aus dem Band „Libellentanz“.Marita Bagdahn las neben Geschichten aus ihrer Anthologie „Schlüsselkind“ zum Teil noch unveröffentlichte Texte und Gedichte von Liebe und von Spiegeln.

Freitag, den 16. Februar 2018 um 19.30 Uhr stellte Karin Büchel ihren neuen Krimi „Die Toten vom Ennert“ vor.

Karin Büchel nahm die Zuhörer mit auf eine Reise in die Welt der Verbrechen. Sie las aus Ihrem gerade erschienenen Kriminalroman 'Die Toten vom Ennert'. Es brauchte nicht viel um Spannung zu erzeugen. Lediglich gedämmtes Licht, Kerzenschein und ein interessiertes, neugieriges Publikum. Die Beueler Autorin stellte die Kommissarin Mira Jäger sowie weitere Protagonisten vor. Markante Szenen wurden lebhaft vorgetragen, über

Recherchearbeit erzählt und die Zuhörer konnten sich so auf die Spuren der Verbrechen begeben. Eine kriminelle Reise in den Ennert.

Mittwoch, 14. Februar 2018 um 15.30 Uhr hieß es mit Prof. Vollmer  "Wie? Sie sind auch schon siebzig?"

„Wie? Sie sind auch schon siebzig?“ lautet der Titel seines aktuellen Buches - einer Sammlung, die sich unter anderem, auf charmante Weise, mit den Tücken des Älterwerdens beschäftigen. Mit einem Augenzwinkern und einer ausgezeichneten Beobachtungsgabe, unterhielt der emeritierte Professor für Chemiedidaktik die Zuschauer mit einem Potpourri von hintergründigen, skurillen, ironischen und humorvollen Geschichten.

Sonntag, 4. Februar 2018 um 16.30 Uhr begab sich Bea Tradt mit den Zuschauern auf eine unterhaltsame Zeitreise in die 60er-Jahre: "Mit 17 hat man noch Träume - Heitere Erinnerungen an Pubertät und Jugend im Bonn der verrückten Sixties" 

Bea Tradt las aus der Trilogie ihrer Erinnerungen über die 50er, 60er und 70er Jahren, begleitet von vielen Bildern und Fotos der Zeit sowie den Gassenhauern der Sechziger Jahre. Und der Raum war voll besetzt! Offensichtlich erinnern sich doch immer noch auch die „Bestager“ – bzw. „Babyboomer“, Anfang der Fünfziger Jahre geboren, gern an ihre Jugend in den Sechziger Jahren, in deren Verlaufe sich die Bilder von schwarz-weiß zu üppig bunt wandelten, alles zum ersten Mal erlebt wurde – von der ersten Schallplatte, den ersten Jugendsendungen, den ersten Jugendzeitschriften, der Abnabelung vom Elternhaus, dem ersten Kuss, der ersten Teenagerliebelei. Und das alles vor dem Hintergrund von wahrlich bewegenden politischen Ereignissen und einem sich in schwindelnden

Tempo ändernden Zeitgeist, deren Tragweite den minderjährigen Protagonisten aber weitgehend verschlossen blieb. Das dieser gelungene Nachmittag fortgesetzt werden muss, darin waren sich alle einig.

Freitag, 2. Februar 2018 um 19.30 Uhr Kriminelle Spuren -  Szenische Lesung aus Kriminalromanen von Alexa Thiesmeyer mit Schauspielern der Bonner Theatergruppe "Die Startisten"

„Kriminelle Spurensuche“ – eine etwas andere Lesung als üblich. Spurensuche ist das klassische Zentralthema jedes Kriminalromans: Sein Schöpfer legt Spuren, die die Ermittler - meist nach einigen Fehlschlägen und Irrtümern – entwirren, um schließlich die richtige zu finden, die zum Täter führt. Für die Leser heißt das: Spuren finden sich in jedem Kapitel, in jeder Szene, manchmal offen, manchmal verborgen. Für die Krimi-Autorin Alexa Thiesmeyer bedeutete Spurensuche außerdem eine Reise zu Themen der Vergangenheit sowie das Aufsuchen inspirierender Orte wie einsame Brücken und Hohlwege im Wald und der unbefugte Blick über private Mauern … Hieran lies sie ihre Zuhörer mit ihrer lebendigen Erzählweise und Ausschnitten aus ihren Werken. Das Besondere an diesem Abend in den Freiräumen: Alexa Thiesmeyer standen drei Schauspieler der Bonner Theatergruppe „Die Startisten“ zur Seite. Karola Faber, Jürgen Fröbisch und Reinhard Thiesmeyer ließen Szenen aus vier erfolgreichen Romanen für die Zuhörer lebendig werden. Ein gelungener Abend vor ausverkauftem Haus.

Mittwoch, 31. Januar 2018 um 10.30 Uhr erzählte Ellen Klandt von ihrer eigenen Spurensuche im Rahmen der Lesung aus ihrem Buch „Zwei schöne Fensterplätze in den Krieg“.

„Zwei schöne Fensterplätze in den Krieg“- Die Geschichte eines Bonner Paares. Zwei junge Menschen schreiben sich Liebesbriefe. Franz ist als Soldat vor Leningrad, erlebt die Belagerung der Stadt und den Rückzug seiner Einheit bis an die Westfront. Von Kämpfen ist die Rede, aber auch von ausufernden Feiern hinter der Front. Annelie lebt im Bonner Norden bei ihren Eltern, berichtet über Bombardements, aber auch von heiteren Abenden unter Freundinnen - so viel zum Inhalt. In den hellen, freundlichen Räumen Am Herrengarten fand die Lesung der Kriegsgeschichte eines Bonner Paares vor einem kleinen, sehr interessierten und diskussionsfreudigen Publikum statt. In der Pause standen Plätzchen und Kaffee bereit, so dass in zwangloser Runde über eigene Kriegserinnerungen in frühester Kindheit oder über die Verarbeitung bzw. das Schweigen der Eltern erzählt wurde. Ein interessanter Vormittag, der noch nachwirken wird. Bei Interesses bieten die Freiräume einen Workshop mit Frau Klandt an. (Bei Interesse Kontaktaufnahme über das Kontaktformular)

 

Dienstag, 30. Januar 2018 um 15.30 Uhr

Ursula Kosser nahm die Zuhörer mit auf eine Reise in Die geheimnisvolle Welt der Tagebücher unbekannter Menschen"

Der Psychiater am Ende unseres Armes, Hort für peinliche Teenie-Geständnisse oder geräumige Reisetasche fürs eigene Leben. All das können Tagebücher sein. Zuhörend und in hochinteressanten Gesprächen entdeckten die TeilnehmerInnen am Dienstag, 30.1. die „Geheimnisvolle Welt der Tagebücher“. Unzensiert zwischen zwei Buchdeckeln einfach einmal alles aussprechen und loswerden können. Ein faszinierender Reiz. Viele gingen nach den lebhaften zwei Stunden mit dem festen Willen nach Hause: „Ich schreibe wieder Tagebuch oder fange damit an“. Tagebuch 2.0 – das kann man auch vertiefen und lernen beim Workshop "Die Welt der Tagebücher".

(siehe Kursseite) Termine auf Anfrage.

Sonntag, 28. Januar 2018 als Matinee um 11 Uhr

Harald Gesterkamp las aus „Humboldtstraße Zwei“

Zur Literatur-Matinee kam am Sonntag, 28. Januar 2018, der Bonner Schriftsteller und Deutschlandfunk-Redakteur Harald Gesterkamp in die Freiräume und stellte seinen Roman „Humboldtstraße Zwei“ vor. Gebannt lauschten die Besucherinnen und Besucher, als er verschiedene Auszüge aus seinem Buch vorlas, in dem auf 468 Seiten und in drei Zeitebenen die Geschichte einer deutschen Familie zwischen 1934 und 2014 geschildert wird. Insgesamt nicht immer leichte Kost, denn es geht um einen Richter in der NS-Zeit, um Gräuel vor und während des Zweiten Weltkrieges sowie um Flucht und Vertreibung aus Schlesien. Aber Gesterkamp berichtet auch über den Aufbruch und Neuanfang der Tochter des Richters im Rheinland (nach Ende des Krieges), wobei das Kapitel, das einen Ausflug in den 50er Jahren mit der Isetta in die frische Bundeshauptstadt Bonn und zum Drachenfels zum Inhalt hat, bei den Zuhörern besondere Aufmerksamkeit erhielt. Ein wichtiger Aspekt des Romans widmet sich der Spurensuche des Enkels des Richters nach den Wurzeln seiner Familie - und so schlug der Autor einen Bogen zur aktuellen Ausstellung in den Freiräumen unter dem Titel „Kunst(Wechsel) und Spurensuche“.


Freitag, 26. Januar 2018 um 19.30 Uhr

Das Bonner Autorentrio Lit-Eratum las Geschichten, die das Leben schrieb

Ein Bonner Autoren-Trio, das ganz offensichtlich Spaß daran hat, die Zuhörer mit skurrilen, absurden und komischen Texten zum Schmunzeln und zum Lachen zu bringen. „Lit-Eratum“ – das sind: Stefanie Endemann, Anja Martin und Herbert Reichelt. Sie begeisterten die Zuhörer am Freitagabend (26. Januar 2018) in den „Freiräumen“ mit Geschichten über Engel auf Abwegen, Manager auf verlorenem Posten, über Züge, die (nicht) überall halten und reichlich mehr aus ihrem wunderbar vielseitigen und unterhaltsamen Repertoire. Stefanie Endemann schilderte eindringlich den inneren Kampf eines „Nachkriegskindes“ mit einem Joghurt, dessen Mindesthaltbarkeitsdatum schon lange abgelaufen war – am Ende obsiegt übrigens der archaische Teil des Gehirns, der nach Sicht- und Riechprobe zum eindeutigen Ergebnis kommt: „Das ist gut!“ Und auch mit ihrer Geschichte über einen Schutzengel, der die Lust verloren hatte, Banker, Verbrecher und andere dunkle Gestalten zu retten, zauberte Stefanie Endemann ein Lächeln in die Gesichter der Zuhörer. Anja Martins entführte die Zuhörer mit ihrer skurrilen Kurzgeschichte „Mann mit Hut“ in eine Szenerie, in der alles auf dem Kopf steht: Es geht um einen passionierten Spaziergänger, dem seine Frau einen Hut schenkt, nicht irgendeinen, sondern einen edlen Stetson mit breiter Krempe. Fortan setzt der Mann, wenn er das Haus verlässt, seinen Hut nicht auf den Kopf, sondern nimmt ihn an die Leine. Bei aller Absurdität sind die Zuhörer schon nach kurzer Zeit gefangen im Mitgefühl für die beiden Eheleute, die einander nicht verletzen wollen und so das absurde Geschehen einfach als „Normalzustand“ akzeptieren. Und der Hut? Der „versuchte mitzukommen.“ Ebenso schön die Geschichte vom Zahnarzt, der das Gebiss seiner Frau versteckt. Nicht aus Bosheit, sondern weil er – nach Jahrzehnten Berufspraxis – nur noch Münder ohne Zähne wirklich schön findet. Herbert Reichelt knüpfte mit seinen komischen Gedichten an die „Tücken des Alltags“ an. Der Aufbau eines BILLY-Regals wurde dabei zu einem ebenso ergiebigen Quell von Situationskomik wie die Ankündigung der Deutschen Bahn, dass ein Zug nach Au an der Sieg „überall“ halte. Zwar scheute der Autor das Experiment, mit diesem Zug ins Weltall zu fahren – heute aber denkt er: „Schade!“ Die Fülle an Einfällen und Wendungen, mit denen die Geschichten und Gedichte der drei Autoren gespickt waren, machten Lust auf mehr, und so kam „Lit-Eratum“ um eine Zugabe nicht herum. Man darf sicher sein, dass diejenigen, die sich dieses Feuerwerk an skurrilen und komischen Texten nicht haben entgehen lassen, zufrieden nach Hause gegangen sind.

Rückblick 2017

Freitag, den 17.11.2017 um 19.30h

Liebe, Eifersucht und Mord - Krimilesung mit Karin Büchel und Alexa Thiesmeyer

Liebe, Eifersucht und Mord ...

Kurzkrimis sind im Allgemeinen - zum Glück - nicht sonderlich ernst gemeint, sonst wäre beim Krimi-Abend am 17.11.Furcht und kaltes Schaudern vor den Autorinnen Karin Büchel und Alexa Thiesmeyer aufgekommen. In sehr unterschiedlichem Erzählstil warteten die beiden mit insgesamt sieben Geschichten und beunruhigend einfallsreichen, überwiegend weiblichen Tätern auf. Obwohl es unter ihren Opfern nur wenige Überlebende gab,hatten die Zuhörer viel zu lachen. Oft war ein Beziehungsproblem die Triebfeder zum Mord, manchmal standen Agressionen ganz anderer Art hinter der bösen Tat. So kämpfte zum Beispiel die Seniorin Leonore auf unkonventionelle Weise um ihre wohlverdiente Ruhe im Garten, und Féline plante ihr friedliches Weihnachts-fest,ohne die dafür nötigen Verstöße gegen das Straf-gesetzbuch zu scheuen; das mysteriöse schwarze Loch im Labyrinth entpuppte sich überraschend als Bestandteil eines Traums, im Riesenrad auf Pützchens Markt ging es dagegen verflixt realistisch zur Sache, und ein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt brachte einen Adventskalender, hinter dessen Türchen das Unheil lauerte, ins eheliche Haus. In einer Erholungspause konnten die Zuhörer bei Wein und Knabbereien durchatmen. Ein gelungener Krimiabend.


Sonntag, den 19.11.2017 um 16.00h

Grimms Märchen für Erwachsene - auswendig und in Originalsprache erzählt von Rose Wolfgarten

Rose Wolfgarten erzählte in Originalsprache aus ihrem Repertoire von - wie sie verriet - zweiundzwanzig (!!!) auswendig gelernten  Märchen der Gebrüder Grimm derer fünf. Erwachsene entrückten für zwei Stunden in ihre Märchenwelt und wollten nicht wirklich wieder auftauchen. Ein Erlebnis mit Suchtfaktor! Rose kommt.

 

Als Rose Wolfgarten wahrnahm, dass die elektronischen Medien, Fernsehen, Hörbücher, Kinder- CDs ganz selbstverständlich das mündliche Erzählen verdrängten, erlernte und ergriff sie den Beruf der Märchenerzählerin. Sie wollte persönlich einem lebendigen Publikum gegenübertreten, den Zuhörern in die Augen sehen und erzählen, wirklich erzählen; nicht einmal ein Märchenbuch sollte dazwischen stehen. Sie wollte also die Erzählsituation herstellen, wie sie war, ehe die Märchen gesammelt, aufge-schrieben und zwischen Buchdeckel gebannt waren, nämlich willkommene gesellige (und gesellschaftliche) Unterhaltung, an langen Winterabenden im Kreis der Familie, beim Handarbeiten oder Silberputzen in der Gesindestube, zu der man zusammenkam, um einander zuzuhören. Rose Wolfgarten hat sich die Märchen der Brüder Grimm ausgesucht, und sie hat so viel Bewunderung und Achtung vor der hohen literarischen Qualität dieser kleinen sprachlichen Kunstwerke, dass sie diese wortwörtlich und in der Originalsprache weitergeben will. Deshalb hat sie sie auswendig gelernt und trägt sie im Kopf. Ihre Kunst, ihr Ziel, ihre Leidenschaft ist es, beim Erzählen absolute Gegenwärtigkeit zu schaffen, so, als geschähen die Dinge gerade in diesem Augenblick. Sie schaut ihr Publikum an und beobachtet, wie es – trotz der altertümlichen Sprache – nach und nach die eigene Gegenwart verliert und nur noch in der Gegenwart der Erzählung lebt. 

 


Freitag,  den 17.02.2017 um 19.30h

Geschichten aus der Schublade mit Heidi Möhker

In persönlichen Kreis las Heidi Möhker in den aus bisher unveröffentlichten Geschichten. Anhand des Jugendromans „Emma in Jeans“ zeigte sie auf, dass auch von kritischen Lesern und Lektoren gelobte Geschichten aufgrund der Themenwahl nicht immer problemlos zu einer Veröffentlichung führen. Die vorgelesene Geschichte „Herrgottsgrund“ dagegen wurde einmal für eine Anthologie abgelehnt, verhalf aber bei einer zweiten Einsendung zur Einladung zum Irseer Pegasus. Neben dem Vortrag ihrer Geschichten erzählte Heidi Möhker aber auch von deren Entstehungsprozess, beginnend bei der ersten noch flüchtigen Idee bis hin zur Überarbeitung, die sie auch gerne mit Autorenkollegen bespricht. Z.B. mit der ebenfalls anwesenden Marita Bagdahn, mit der sie eine langjährige Autorenfreundschaft verbindet. Gäste, die durch den Vortrag selbst inspiriert wurden zu schreiben, können hierzu auch gerne die von Marita Bagdahn in den Freiräumen angebotenen Schreibkurse besuchen.

Rückblick auf Lesungen in 2016