Rückblick 2019

Stimmen und Eindrücke zur Vernissage der Ausstellung Spurensuche in Raum und Zeit  ...

"Gemütlich, interessant, inspirierend - Danke"

"Was für eine traumhaft aufeinander abgestimmte Ausstellung in wundervollen Räumen"

"Vielen Dank für die Einladung und den warmen, lebendigen und herzlichen Empfang"

Trügerische Idylle ...

Vogelgezwitscher, Sonnenschein, ein laues Lüftchen - endlich Durchatmen nach den heißen Tagen. Die Zuschauer im Garten der Freiräume blickten gespannt auf Alexa Thiesmeyer und ihren Mann Reinhardt (Mitglied der Bonner Theatergruppe "Die Startisten") - ein freundliches, harmlos ausschauendes Ehepaar, dass es aber faustdick hinter den Ohren hat. Denn zunächst erhalten die Zuhörer hilfreiche Tipps zum richtigen Umgang mit Mordwaffen und handfeste Vorschläge zur Entsorgung der ungeliebten Schwiegermutter oder des nervenden Gatten. Selbst ein "echter" Brandexperte aus der Schweiz hat den weiten Weg in die Freiräume nicht gescheut, um über die Besonderheiten bei einem Tötungsdelikt durch Brandstiftung zu informieren. Daran anknüpfend stellt Alexa Thiesmeyer dann ihr Buch "Brandmord" gemeinsam mit ihrem Mann in einer szenischen Lesung vor. Auch hier ist die scheinbare Idylle in einem kleinen Ort bei Rheinbach nicht so friedlich, wie es auf den ersten Blick scheint. Denn plötzlich ist jeder Nachbar verdächtigt, der Mörder des Architekten aus dem Nachbarhaus zu sein. 

Dem Unwetter getrotzt ...

Die Spur führte bei der Weinprobe der Bodega Aachen am Freitag, 14.6. wieder nach Spanien

Im lauschigen Garten der Freiräume präsentierte Rainer Baumann zur Jahreszeit passende Weine aus persönlich ausgesuchten, besitzergeführten Weingütern Spaniens. Natürlich durfte spanischer Schinken und Käse nicht fehlen. Gewitter und Regen kamen erst nach Mitternacht mit dem Ende der Weinprobe  - perfektes Timing und ein toller Abend.

Spannender, norddeutscher Abend mit ganz besonderer Stimmung ...

Gerd Kramers Lesung aus "Tidetod" am 5. April ist der beste Beweis dafür, dass Lehrer mit ihren Bewertungen nicht immer richtig liegen müssen. Denn Schreiben kann der gebürtige Husumer, dessen Leistungen  in Deutsch zu Schulzeiten als mangelhaft eingestuft wurden. Als der Autor dann noch kurz vor der Pause zur Gitarre griff und das plattdeutsche Lied "Lütt Matten de Has" zum Besten gab, war klar, dass auch die Einschätzung des Musiklehrers und die der eigenen Eltern, die ihm eine familäre Unmusikalität attestiert hatten, nicht zutraf. Gut ausgewählte Textstellen, humorvolle Anekdoten sowie zwei weitere Lieder zur Gitarre sorgten für einen spannenden, norddeutschen Abend in den Freiräumen mit einer ganz besonderen Stimmung.

 

Eine berührende Geschichte...

Am 3. April war Ellen Klandt mit ihrem Buch "Zwei schöne Fensterplätze in den Krieg" in den Freiräumen zu Gast. Ein junges Liebespaar – getrennt durch den Krieg. Das Schicksal vieler junger Frauen und Männer während der Kriegsjahre und doch eine ganz persönliche Geschichte zweier Menschen und ihrer (späteren) Familie. Die Bonner Autorin Ellen Klandt erzählte von ihrer eigenen Spurensuche. Anhand von Briefen und Zeitdokumenten hat sie den Weg ihrer Eltern von den Kriegsjahren über die Zeit als Familie in der jungen Bundesrepublik bis in die Gegenwart hinein nachgezeichnet. Entstanden ist das berührende Buch „Zwei schöne Fensterplätze in den Krieg“, das sie ihren Zuhörern vorstellte und mit ihnen ins Gespräch kam.

Aufmerksam, neugierig und mit vielen Fragen ...

Die Teilnehmer wollten alles rund um die Entstehung eines individuellen Familienhörbuchs wissen. Erzählen mit Mikrophon und Flashkartenrecorder fällt eben leichter, als das Erlebte umständlich aufzuschreiben. Für die persönliche Audio-Biographie Stationen des eigenen Lebens mit einer professionellen Journalistin in der Rückschau betrachten. Erzähl‘ doch mal: Familiengeschichten und Erinnerungen für die Nachwelt aufzeichnen, gemeinsam  im Studio mit Musik, alten Briefen  oder Familienrezepten verfeinern. Das hat was! Ein interessanter Abend am 18. März in gemütlicher Runde mit der Journalistin Maicke Mackerodt.

Rund ums Bahnhöfchen und Zeitreise in die sechziger Jahre ...

Zahlreiche Besucher kamen trotz des stürmischen Sonntags am 10. März in die Freiräume, um sich über das Kursangebot zu informieren und die Ausstellung Spurensuche in Raum und Zeit zu besuchen. Bea Tradt begeisterte erneut mit ihrer szenisch-musikalischen Lesung in die sechziger Jahre. Bea Losem, stellvertretende Vorsitzende des Vereins für körper- und mehrfachbehinderte Menschen Bonn e.V. stellte neben anderen das neue Wohnprojekt des Vereins im neuen Wohngebiet in der Merowinger Straße vor. 100€ wurden von den Freiräumen für dieses Projekt an den Verein überwiesen und die Leitung der Wohngemeinschaft, Frau Geisendörfer schreibt:

"Im Namen unserer neuen Wohngemeinschaft auf der Merowinger Straße 11 mit 8 körperlich eingeschränkten jungen Menschen, möchte ich mich ganz herzlich für die großzügige Spende vom letzten Samstag vom „Tag der offenen Tür“ bedanken.Da wir für eine kleine Terrasse sparen, damit auch die Rollstuhlfahrer bequem vom

Gemeinschaftsraum in den Garten fahren können, hilft uns dieser Betrag sehr bei der Verwirklichung hoffentlich noch in diesem Sommer! Ganz, ganz herzlichen Dank!" Der Generalanzeiger berichtete in seiner Ausgabe vom 12.03.

Ein Stück Süden für alle ... 

Sigrid Wohlgemuth reiste mit großem Gepäck in den Freiräumen an - und das, obwohl ihr neues Buch "Ein Stück Süden für Dich" als Printausgabe gar nicht rechtzeitig fertig geworden war. So wurde aus einer Premierenlesung kurzerhand eine E-Book-Premierenlesung! Aus der großen Kiste zauberte die Autorin, die seit vielen Jahren auf Kreta lebt, dann lauter Schüsseln mit landestypischen Köstlichkeiten, die sie selbst zubereitet hatte. So zog der verheißungsvolle Duft von Knoblauch und Zucchinibällchen schon zu Beginn der Lesung durch die Freiräume, und sorgte neben der griechischen Flagge sofort dafür, dass sich die Zuhörer auf Kreta "wiederfanden", während sie der Geschichte zweier Paare lauschten, die durch ihre Liebe zu Kreta verbunden sind. In der Pause durfte dann endlich probiert werden und nach einer Stärkung und dem passendem Wein ging die Lesung in die zweite Runde.

 

Krimi, Schmalzbrote und Kölsch ... 

Ende Februar war Heidi Schumacher zu Gast in den Freiräumen. Im Rahmen der beliebten Vesperlesungen stellte sie ihren Bonn-Krimi "Mörderisches Semester" vor. Als Medienwissenschaftlerin hat die Autorin selbst an der Universität in Bonn gelehrt und ist bestens mit dem akademischen Betrieb vertraut. Natürlich ist ihr Roman über die Privatermittlerin Antonia Babe, die es beruflich gerade erst von Rügen ins Rheinland verschlagen hat, fiktiv. Dennoch gewährt die Autorin humorvolle und ironische Einblick hinter die Kulissen einer Universität und verknüpft dies Szenen geschickt mit der eigentlichen Geschichte: Den Ermittlungen im Fall eines erschlagenen pensionierten Professors. Als besonderes "Schmankerl" servierte die Autorin am Ende der Lesung noch einen Auszug aus ihrem historischen Krimi über Ludwig van Beethoven, dessen Erscheinen für das kommende Jahr vorgesehen ist.

Krimiatmosphäre im Doppelpack - Ditmar Doerner stellt seine beiden Krimis vor ... 

Es herrschte gespannte Ruhe, als Ditmar Doerner seinen Krimi "Exitus Venusberg" in den Freiräumen präsentierte. Fast greifbar war die Atmosphäre, die Doerner in den kalten, neonbeleuchteten Fluren des Uniklinikums beschrieb. Wie er nachher dem interessierten Publikum verriet, hatte er selbst als Student dort Nachtwache geschoben und einige der unheimlichen und skurillen Moment, die er später für seinen Krimi abwandelte, persönlich erlebt.

Für den zweiten Roman "Marie ein stiller Tod", den der Autor nach der Pause dem Publikum vorstellte, lieferte ein tragisches, reales Verbrechen die Vorlage. Als Journalist kam er bei der Berichterstattung, nach eigener Aussage, teilweise an seine persönliche Belastungsgrenze. So war die Entwicklung der fiktive Handlung seines Krimis auch eine Möglichkeit, sich mit dem Erlebten auseinanderzusetzen. In der Pause gab es für die Zuhörer diesmal schon einen kleinen Vorgeschmack auf die köstlichen spanischen Weine, die auch dieses Jahr im Juni wieder bei der Weinprobe mit der Bodega Aachen gekostet werden können.

Spurensuche aus verschiedenen Blickwinkeln ... 

Bei der Matinee am Sonntagmorgen war schnell klar, wie unterschiedlich literarische Spurensuche aussehen kann. Anne Haas begab sich augenzwinkernd mit zwei Dorfpolizisten auf Spurensuche, die Mitleid mit dem bestohlenen Ehemann hatten; denn die schrecklichen Gemälde der Gattin hatten die Diebe beim Einbruch nicht mitgenommen. Humorvoll und kritisch, aus der Sicht eines Naturwissenschaftlers, setzte sich Günter Vollmer mit der Wirkung von Globuli sowie dem Teufel persönlich auseinander. Nach der Pause wurde es dann deutlich ernster als Martina Siems-Dahle aus den Briefen, die ihre Großeltern und ihr Vater während des Krieges geschrieben hatten, vorlas. Eine Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, die für die Nachfahren schmerzlich sein kann, und der sie sich in ihrem Buch "Briefe lügen nicht" gestellt hat.

Tag der offenen Tür - kommunikativ und kreativ ... 

Beim Tag der offenen Tür am 10. Februar nutzen zahlreiche Besucher die Gelegenheit, sich über das aktuelle Kursprogramm der Freiräume zu informieren und Filzen und Origamifalten einmal auszuprobieren. Darüberhinaus gab es in den Freiräumen bei dieser Gelegenheit wie gewohnt viel Freiraum für interessante Gespräche miteinander und im Austausch mit Künstlerinnen und Kursleiterinnen.

Voller Power - MordsTheaterLesung mit Isabella Archan ...

Von der ersten Minute an hatte Isabella Archan bei der Bonner Premiere ihres Krimis „Der Tod bohrt nach“ das Publikum in der Hand. Die Zuschauer, darunter einige Bonner Autorenkolleginnen, holten gemeinsam Luft, ermittelten voller Spannung zusammen mit Dr. Leo Kardiff und kennen jetzt die passende Reaktion auf einen überraschenden Todesfall in der Nachbarschaft. Die mitreißende und lebhafte Darbietung war allerdings auch dafür verantwortlich, dass das Publikum stellenweise sichtlich zu leiden hatte. Die eindringliche Schilderung einer missglückten Zahnbehandlung sowie die dramatischen Folgen eines beherzten Bisses in einen Keks, ließ die

Besucher intuitiv mit schmerzverzerrtem Gesicht die Zähne zusammenbeißen. Doch dabei blieb es zum Glück nicht lange, denn Isabella Archan sorgte mit ihrem wunderbaren Humor, ihrer charmanten Darbietung und guten Beobachtungsgabe schnell wieder für herzhafte Lacher. Philipp Seehausen von der Buchhandlung am Paulusplatz versorgte die Zuschauer am Büchertisch mit den Krimis der Autorin.