Rückblick 2019

Vernissage Einblicke - Ausblicke

Am Freitag, den 13. September eröffneten die Freiräume ihre 9. Ausstellung seit Bestehen und luden zur Vernissage ein. Ganz unterschiedliche Einblicke und Ausblicke vermitteln die Bilder von Gaby Celinski, Barbara Ruf und Monika Jakob-Kasel.

Alle Jahre wieder ...

Beim zweiten Mal ist es Tradition, sagt man im Rheinland. Und so fand auch dieses Jahr, traditionell am ersten Adventssonntag, die Überraschungsweihnachtsmatinee in den Freiräumen statt. Zugunsten der "Aktion Weihnachtslicht" des General-Anzeigers kamen 7 Autorinnen und Autoren (Martina Siems-Dahle, Harald Gesterkamp, Ulla Hesseling, Ingeborg Brenne-Markner, Gerd Kramer, Sigrid Wohlgemuth und Martina

Bagdahn) nach Vilich-Müldorf, verzichteten auf ihr Honorar und unterhielten die Zuschauer mit Lyrik, Kurzgeschichten, einem Auszug aus ihrem Kinderbuch, kriminellen Häppchen und Liedern zur Gitarre. Am Ende ging das Publikum adventlich gestimmt, gestärkt mit Glühwein und Stollen und der Erkenntnis nach Hause, dass auch ein Mehrtürer, die Sex Pistols, Hühnersuppe und Patchworkdecken etwas Weihnachtliches haben können. Die Freiräume haben 200€ an die Aktion Weihnachtslicht überwiesen.

Grimms Märchen auswendig und in Originalsprache ...

Rose Wolfgarten liess im Anschluss an den Tag der offenen Tür in den Freiräumen am Sonntag, den 17.11. Grimms Märchen lebendig werden. Auswendig und in Originalsprache präsentierte sie die alten Volksmärchen für Erwachsene auf faszinierende Art und Weise: Den Zuhörern in die Augen sehen und erzählen, wirklich erzählen, nicht einmal ein Märchenbuch steht dazwischen, eine Erzählsituation, wie sie war, ehe die Märchen gesammelt, aufgeschrieben und zwischen Buchdeckel gebannt waren. Rose schaute ihr Publikum an und konnte beobachten, wie dieses – trotz der altertümlichen Sprache – nach und nach die eigene Gegenwart verlierte und nur noch in der Gegenwart der Erzählung lebte. Unglaublich und bestimmt im nächsten Jahr wieder!

Neuland in den Freiräumen, aber schon zig Millionen Jahre alt: Das Siebengebirge !

Erstmals war der Geologe Sven von Loga zu Gast in den Freiräumen und begeisterte die Zuschauer mit seinem abwechslungsreichen Multivisionsvortrag. Mit tollen Fotos, fundiertem Wissen und einer großen Leidenschaft für die Region gab er Einblicke in die Entstehungsgeschichte und die vielen Facetten des Siebengebirges. Er stellte die interessantesten geologischen Stellen vor, zeigte die Ruinen mittelalterlicher Burgen, die Spuren alten Bergbaus, historische Klöster und wildromantische Täler. Besonders gefragt waren natürlich auch seine Tipps, wo man die schönste Aussicht, die einsamsten Pfade, die besten Einkehrmöglichkeiten, und die idyllischsten Plätze - um, mit einem Glas Wein in der Hand, das Siebengebirge zu genießen - findet. Bei einem Gläschen Wein, Dips und Brot fand dann auch während der Pause ein netter Austausch statt - denn jeder hat wohl seinen Lieblingsplatz im Siebengebirge.

 

Wiederholungstäterin zur Vesperlesung zu Gast ...

Karin Büchel ist bekannte kriminelle Wiederholungstäterin - und bekommt dafür selbstverständlich Beifall. Denn Zuschauer und Veranstalterin freuten sich, dass die Autorin diesmal zur Vesperlesung in den Freiräumen zu Gast war und ihren neuesten Krimi "Das Wäldchen" vorstellte. Die Autorin gab Einblicke in die Enstehungsgeschichte des Romans, an deren Anfang tatsächlich die Kindheitserinnerung an ein kleines, verbotenes Wäldchen im Heimatort der Autorin steht. Eine spätere Kurzgeschichte lieferte dann den Prolog für den jetzigen Krimi. Die düstere und teilweise bedrückende fiktive Geschichte um ein vor Jahrzehnten verschwundenes Mädchen, beschäftigt heute nicht nur den Beueler Kommissar Wipperfürth, der mit dem Alter und gegen seinen Hunger kämpft, sondern hat auch tiefe Spuren bei der Familie der Vermissten hinterlassen. Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, und natürlich hat die Beueler Autorin auch in ihrem neuesten Buch wieder viele humorvolle Szenen aus Beuel und der Umgebung untergebracht. Ihr Anspruch ist es, dass ein Krimi für den Leser nicht nur spannend, sondern auch entspannend sein soll. Die Zuschauer der Freiräume hatten bei Schnittchen und Kölsch einen spannenden und entspannende Abend!

 

Die Freiräume können Teatime, und Gitta Edelmann kann Gälisch ...

... davon konnten sich die Besucher am Mittwochnachmittag - natürlich um 5'o clock - überzeugen. Das Publikum folgte Gitta Edelmann begeistert auf die Insel und verfolgte die kriminellen Ereignisse in einer kleinen Seniorenresidenz auf der Isle of Skye. Ella Martin, die sympathische Protagonistin der Canterbury Krimis durfte im aktuellen Fall "Canterbury Symphony" in Schottland ermitteln, sehr zur Freude ihrer Erschafferin, denn auch Gitta Edelmann hat schon in Edingburgh gelebt. In netter Atmosphäre plauderten Autorin und Zuschauerinnen über England und Fußball, unaussprechliche Wörter auf Gälisch sowie Häkelkrimis, zwischendurch tranken sie Tee und aßen Scones und Sandwiches. Einhellig Meinung am Ender der Veranstaltung: Das werden wir wiederholen!

 

Im Rausch der Farben und Stimmungen - Lyrik mit Marlies Förster und Prosa mit Marita Bagdahn

Unter dem Titel "Herbstmond" - der alten Bezeichnung für den Monat September  - gab es einen wunderbaren Start in einen herbstlichen Sonntag mit Lyrik und Prosa von Marlies Förster und Marita Bagdahn. So unterschiedlich wie das Wetter im Herbst, und auch an diesem Lesungsmorgen, sind auch die Stimmungen, die Marlies Förster in ihren Gedichten einfängt: einerseits berauscht von der Farbenpracht und dem Reichtum der Natur, aber auch geprägt von dem Gefühl von Abschied und Veränderung. Ums Loslassen und die manchmal damit verbundene Sprachlosigkeit geht es auch in Marita Bagdahns Kurzgeschichte "Heinrich". Hier zwingt ein notwendiger Umzug ins Altenheim eine Tochter und ihren Vater zur Auseinandersetzung mit diesen Empfindungen. Dass Fremdsprachen so ihre Überraschungen mit sich bringen, erlebt ein Ehepaar dann in einer weiteren Kurzgeschichte von Marita Bagdahn.

 

Das Meer liegt quasi vor der Tür

Vor Millionen von Jahren lag Vilich-Müldorf am Meer. Mit dieser Information überraschte Hendrik Berg die Zuschauer direkt zu Beginn seiner Lesung in den Freiräumen. Damit war klar, weshalb sein Krimi "Kalte See", ein "maritimer Spannungsroman", wie der Kölner Autor sein Buch selbst einordnet, hervorragend nach Bonn passt. Der Heringss

dipp und das selbstgebackene Brot in der Pause trugen zum Küstenflair bei, und selbst das Bild eines Schiffswracks aus der aktuellen Ausstellung "Einblicke/Ausblicke" bot die passende Kulisse für einen interessanten Abend. Hendrik Berg gab Einblicke in seine Art zu schreiben, berichtete, dass er immer schon die Schlussszene vor Augen hat, wenn er mit einem Buch beginnt, und auch ein Ausblick auf seinen soeben beendeten neuen Krimi "Eisiger Nebel", der im März erscheint, durfte nicht fehlen.

 

Was für ein toller Abend mit Isabella Archan

Zuerst der Workshop: Präsenz & Ausstrahlung: In fröhlicher Runde wurde geatmet, gesummt und ganz spezielle

Übungen ausprobiert. Die Ausstrahlung jedes einzelnen breitete sich aus und konkurrierte mit den Sonnenstrahlen, die anfangs in den Seminarraum strahlten.Stille galt es zu erfahren, die eigenen Möglichkeiten auszuloten und dazu noch einen Zungenbrecher spontan dreimal hintereinander vor Publikum vorzutragen. Neben den Übungen wurden auch Erfahrungen ausgetauscht, Tipps gegeben und Fragen beantwortet. Und – ganz wichtig – es wurde viel gelacht. Die zwei Stunden vergingen wie im Flug. Ein rundum gelungener Workshop. Danach gab es eine Pause mit Brezeln und Getränken zur Stärkung, bevor die MordsTheaterLesung den zweiten Teil des Abends ausfüllte. Temperamentvoll ließ die Autorin und Schauspielerin MörderMitzi aus ihrem  Krimi "Die Alpen sehen und sterben" in den Freiräumen lebendig werden und nahm die Zuhörer mit ins idyllisch Kufstein. Auch hier kam der Humor neben der Krimi-Spannung nicht zu kurz. Die Kombination von Workshop und TheaterLesung war ein voller Erfolg und wird auf jeden Fall in den Freiräumen wiederholt.

Stimmen und Eindrücke zur Vernissage der Ausstellung Spurensuche in Raum und Zeit  ...

"Gemütlich, interessant, inspirierend - Danke"

"Was für eine traumhaft aufeinander abgestimmte Ausstellung in wundervollen Räumen"

"Vielen Dank für die Einladung und den warmen, lebendigen und herzlichen Empfang"

Trügerische Idylle ...

Vogelgezwitscher, Sonnenschein, ein laues Lüftchen - endlich Durchatmen nach den heißen Tagen. Die Zuschauer im Garten der Freiräume blickten gespannt auf Alexa Thiesmeyer und ihren Mann Reinhardt (Mitglied der Bonner Theatergruppe "Die Startisten") - ein freundliches, harmlos ausschauendes Ehepaar, dass es aber faustdick hinter den Ohren hat. Denn zunächst erhalten die Zuhörer hilfreiche Tipps zum richtigen Umgang mit Mordwaffen und handfeste Vorschläge zur Entsorgung der ungeliebten Schwiegermutter oder des nervenden Gatten. Selbst ein "echter" Brandexperte aus der Schweiz hat den weiten Weg in die Freiräume nicht gescheut, um über die Besonderheiten bei einem Tötungsdelikt durch Brandstiftung zu informieren. Daran anknüpfend stellt Alexa Thiesmeyer dann ihr Buch "Brandmord" gemeinsam mit ihrem Mann in einer szenischen Lesung vor. Auch hier ist die scheinbare Idylle in einem kleinen Ort bei Rheinbach nicht so friedlich, wie es auf den ersten Blick scheint. Denn plötzlich ist jeder Nachbar verdächtigt, der Mörder des Architekten aus dem Nachbarhaus zu sein. 

Dem Unwetter getrotzt ...

Die Spur führte bei der Weinprobe der Bodega Aachen am Freitag, 14.6. wieder nach Spanien

Im lauschigen Garten der Freiräume präsentierte Rainer Baumann zur Jahreszeit passende Weine aus persönlich ausgesuchten, besitzergeführten Weingütern Spaniens. Natürlich durfte spanischer Schinken und Käse nicht fehlen. Gewitter und Regen kamen erst nach Mitternacht mit dem Ende der Weinprobe  - perfektes Timing und ein toller Abend.

Spannender, norddeutscher Abend mit ganz besonderer Stimmung ...

Gerd Kramers Lesung aus "Tidetod" am 5. April ist der beste Beweis dafür, dass Lehrer mit ihren Bewertungen nicht immer richtig liegen müssen. Denn Schreiben kann der gebürtige Husumer, dessen Leistungen  in Deutsch zu Schulzeiten als mangelhaft eingestuft wurden. Als der Autor dann noch kurz vor der Pause zur Gitarre griff und das plattdeutsche Lied "Lütt Matten de Has" zum Besten gab, war klar, dass auch die Einschätzung des Musiklehrers und die der eigenen Eltern, die ihm eine familäre Unmusikalität attestiert hatten, nicht zutraf. Gut ausgewählte Textstellen, humorvolle Anekdoten sowie zwei weitere Lieder zur Gitarre sorgten für einen spannenden, norddeutschen Abend in den Freiräumen mit einer ganz besonderen Stimmung.

 

Eine berührende Geschichte...

Am 3. April war Ellen Klandt mit ihrem Buch "Zwei schöne Fensterplätze in den Krieg" in den Freiräumen zu Gast. Ein junges Liebespaar – getrennt durch den Krieg. Das Schicksal vieler junger Frauen und Männer während der Kriegsjahre und doch eine ganz persönliche Geschichte zweier Menschen und ihrer (späteren) Familie. Die Bonner Autorin Ellen Klandt erzählte von ihrer eigenen Spurensuche. Anhand von Briefen und Zeitdokumenten hat sie den Weg ihrer Eltern von den Kriegsjahren über die Zeit als Familie in der jungen Bundesrepublik bis in die Gegenwart hinein nachgezeichnet. Entstanden ist das berührende Buch „Zwei schöne Fensterplätze in den Krieg“, das sie ihren Zuhörern vorstellte und mit ihnen ins Gespräch kam.

Aufmerksam, neugierig und mit vielen Fragen ...

Die Teilnehmer wollten alles rund um die Entstehung eines individuellen Familienhörbuchs wissen. Erzählen mit Mikrophon und Flashkartenrecorder fällt eben leichter, als das Erlebte umständlich aufzuschreiben. Für die persönliche Audio-Biographie Stationen des eigenen Lebens mit einer professionellen Journalistin in der Rückschau betrachten. Erzähl‘ doch mal: Familiengeschichten und Erinnerungen für die Nachwelt aufzeichnen, gemeinsam  im Studio mit Musik, alten Briefen  oder Familienrezepten verfeinern. Das hat was! Ein interessanter Abend am 18. März in gemütlicher Runde mit der Journalistin Maicke Mackerodt.

Rund ums Bahnhöfchen und Zeitreise in die sechziger Jahre ...

Zahlreiche Besucher kamen trotz des stürmischen Sonntags am 10. März in die Freiräume, um sich über das Kursangebot zu informieren und die Ausstellung Spurensuche in Raum und Zeit zu besuchen. Bea Tradt begeisterte erneut mit ihrer szenisch-musikalischen Lesung in die sechziger Jahre. Bea Losem, stellvertretende Vorsitzende des Vereins für körper- und mehrfachbehinderte Menschen Bonn e.V. stellte neben anderen das neue Wohnprojekt des Vereins im neuen Wohngebiet in der Merowinger Straße vor. 100€ wurden von den Freiräumen für dieses Projekt an den Verein überwiesen und die Leitung der Wohngemeinschaft, Frau Geisendörfer schreibt:

"Im Namen unserer neuen Wohngemeinschaft auf der Merowinger Straße 11 mit 8 körperlich eingeschränkten jungen Menschen, möchte ich mich ganz herzlich für die großzügige Spende vom letzten Samstag vom „Tag der offenen Tür“ bedanken.Da wir für eine kleine Terrasse sparen, damit auch die Rollstuhlfahrer bequem vom

Gemeinschaftsraum in den Garten fahren können, hilft uns dieser Betrag sehr bei der Verwirklichung hoffentlich noch in diesem Sommer! Ganz, ganz herzlichen Dank!" Der Generalanzeiger berichtete in seiner Ausgabe vom 12.03.

Ein Stück Süden für alle ... 

Sigrid Wohlgemuth reiste mit großem Gepäck in den Freiräumen an - und das, obwohl ihr neues Buch "Ein Stück Süden für Dich" als Printausgabe gar nicht rechtzeitig fertig geworden war. So wurde aus einer Premierenlesung kurzerhand eine E-Book-Premierenlesung! Aus der großen Kiste zauberte die Autorin, die seit vielen Jahren auf Kreta lebt, dann lauter Schüsseln mit landestypischen Köstlichkeiten, die sie selbst zubereitet hatte. So zog der verheißungsvolle Duft von Knoblauch und Zucchinibällchen schon zu Beginn der Lesung durch die Freiräume, und sorgte neben der griechischen Flagge sofort dafür, dass sich die Zuhörer auf Kreta "wiederfanden", während sie der Geschichte zweier Paare lauschten, die durch ihre Liebe zu Kreta verbunden sind. In der Pause durfte dann endlich probiert werden und nach einer Stärkung und dem passendem Wein ging die Lesung in die zweite Runde.

 

Krimi, Schmalzbrote und Kölsch ... 

Ende Februar war Heidi Schumacher zu Gast in den Freiräumen. Im Rahmen der beliebten Vesperlesungen stellte sie ihren Bonn-Krimi "Mörderisches Semester" vor. Als Medienwissenschaftlerin hat die Autorin selbst an der Universität in Bonn gelehrt und ist bestens mit dem akademischen Betrieb vertraut. Natürlich ist ihr Roman über die Privatermittlerin Antonia Babe, die es beruflich gerade erst von Rügen ins Rheinland verschlagen hat, fiktiv. Dennoch gewährt die Autorin humorvolle und ironische Einblick hinter die Kulissen einer Universität und verknüpft dies Szenen geschickt mit der eigentlichen Geschichte: Den Ermittlungen im Fall eines erschlagenen pensionierten Professors. Als besonderes "Schmankerl" servierte die Autorin am Ende der Lesung noch einen Auszug aus ihrem historischen Krimi über Ludwig van Beethoven, dessen Erscheinen für das kommende Jahr vorgesehen ist.

Krimiatmosphäre im Doppelpack - Ditmar Doerner stellt seine beiden Krimis vor ... 

Es herrschte gespannte Ruhe, als Ditmar Doerner seinen Krimi "Exitus Venusberg" in den Freiräumen präsentierte. Fast greifbar war die Atmosphäre, die Doerner in den kalten, neonbeleuchteten Fluren des Uniklinikums beschrieb. Wie er nachher dem interessierten Publikum verriet, hatte er selbst als Student dort Nachtwache geschoben und einige der unheimlichen und skurillen Moment, die er später für seinen Krimi abwandelte, persönlich erlebt.

Für den zweiten Roman "Marie ein stiller Tod", den der Autor nach der Pause dem Publikum vorstellte, lieferte ein tragisches, reales Verbrechen die Vorlage. Als Journalist kam er bei der Berichterstattung, nach eigener Aussage, teilweise an seine persönliche Belastungsgrenze. So war die Entwicklung der fiktive Handlung seines Krimis auch eine Möglichkeit, sich mit dem Erlebten auseinanderzusetzen. In der Pause gab es für die Zuhörer diesmal schon einen kleinen Vorgeschmack auf die köstlichen spanischen Weine, die auch dieses Jahr im Juni wieder bei der Weinprobe mit der Bodega Aachen gekostet werden können.

Spurensuche aus verschiedenen Blickwinkeln ... 

Bei der Matinee am Sonntagmorgen war schnell klar, wie unterschiedlich literarische Spurensuche aussehen kann. Anne Haas begab sich augenzwinkernd mit zwei Dorfpolizisten auf Spurensuche, die Mitleid mit dem bestohlenen Ehemann hatten; denn die schrecklichen Gemälde der Gattin hatten die Diebe beim Einbruch nicht mitgenommen. Humorvoll und kritisch, aus der Sicht eines Naturwissenschaftlers, setzte sich Günter Vollmer mit der Wirkung von Globuli sowie dem Teufel persönlich auseinander. Nach der Pause wurde es dann deutlich ernster als Martina Siems-Dahle aus den Briefen, die ihre Großeltern und ihr Vater während des Krieges geschrieben hatten, vorlas. Eine Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, die für die Nachfahren schmerzlich sein kann, und der sie sich in ihrem Buch "Briefe lügen nicht" gestellt hat.

Tag der offenen Tür - kommunikativ und kreativ ... 

Beim Tag der offenen Tür am 10. Februar nutzen zahlreiche Besucher die Gelegenheit, sich über das aktuelle Kursprogramm der Freiräume zu informieren und Filzen und Origamifalten einmal auszuprobieren. Darüberhinaus gab es in den Freiräumen bei dieser Gelegenheit wie gewohnt viel Freiraum für interessante Gespräche miteinander und im Austausch mit Künstlerinnen und Kursleiterinnen.

Voller Power - MordsTheaterLesung mit Isabella Archan ...

Von der ersten Minute an hatte Isabella Archan bei der Bonner Premiere ihres Krimis „Der Tod bohrt nach“ das Publikum in der Hand. Die Zuschauer, darunter einige Bonner Autorenkolleginnen, holten gemeinsam Luft, ermittelten voller Spannung zusammen mit Dr. Leo Kardiff und kennen jetzt die passende Reaktion auf einen überraschenden Todesfall in der Nachbarschaft. Die mitreißende und lebhafte Darbietung war allerdings auch dafür verantwortlich, dass das Publikum stellenweise sichtlich zu leiden hatte. Die eindringliche Schilderung einer missglückten Zahnbehandlung sowie die dramatischen Folgen eines beherzten Bisses in einen Keks, ließ die

Besucher intuitiv mit schmerzverzerrtem Gesicht die Zähne zusammenbeißen. Doch dabei blieb es zum Glück nicht lange, denn Isabella Archan sorgte mit ihrem wunderbaren Humor, ihrer charmanten Darbietung und guten Beobachtungsgabe schnell wieder für herzhafte Lacher. Philipp Seehausen von der Buchhandlung am Paulusplatz versorgte die Zuschauer am Büchertisch mit den Krimis der Autorin.