Rückblick 2018

Zum Staunen: Kursvielfalt und Kunsthandwerkliches am Tag der offenen Tür ...

Am Sonntag, 18.11. fand wieder ein Tag der Offenen Tür in den Freiräumen statt: Im Rahmen der Aktion Rund ums Bahnhöfchen gab es Kurseinblicke in die Makraméeschmuckwerkstatt mit dem Künstler Jairo Quimbayo, Weihnachtliches Origamifalten mit der Künstlerin Lisa Bille. Zusätzlich konnte Kunsthandwerkliches aus  Filz, Buchfaltkunst, und Schmuck bewundert werden. Die Kursangebote fanden reges Interesse.

Tag der offenen Tür mit Filzen und Buchfaltkunst ...

Voll, witzig, berührend, schwarz-humorig, düster und fantasievoll, musikalisch und vor allem weihnachtlich ...

Voll war es, witzig, berührend, schwarz-humorig, düster und fantasievoll, musikalisch und vor allem weihnachtlich bei der Matinee am 1. Adventssonntag. Vielen Dank an Sameena Jehanzeb, Karin Büchel, Irma und Peter Becker, Sigrid Wohlgemuth und Bea Tradt und allen Besuchern der Freiräume, die diese Weihnachtsmatinee zu einem ganz besonderem Erlebnis gemacht haben. Wir freuen uns sehr, 200 Euro an die Aktion „Weihnachtslicht“ des General Anzeigers zu übergeben. Im Anschluss fand dann mit der Finissage die Ausstellung Kontraste -schwarz/weiß mit Bildern von Barbara Kroke, Irmgard Hofmann und Stefanie Pung ihren krönenden Abschluss.

 Reingeschneit ...

Jan-Erik Sander erkundigte sich zunächst bei seinen Zuhörern, ob sie denn auch gut zu Abend gegessen hätten. Glücklich, wer dies bejahen konnte, denn gegessen und getrunken wird in dem Weihnachtskrimi „Rheingeschneit“ eigentlich ständig. Mit stimmungsvollen Bildern und einem Augenzwinkern beschreibt der Autor eine kleinen Weihnachtsgesellschaft, die – nebst Hündin – die Feiertage gemeinsam verbringt. Es werden Gespenstergeschichten erzählt, Kindheitserinnerungen ausgetauscht und eben opulent gegessen und getrunken. Doch die Idylle trügt, und warum nach und nach plötzlich Gäste aus der eingeschneiten Villa verschwinden, hat Sander seinen Zuhörern natürlich nicht verraten. Hungrig verlassen musste aber niemand die Freiräume, denn Dips und Baguette standen in der Pause bereit und bei einem Gläschen Wein konnten sich die Besucher angeregt unterhalten.

Ein märchenhafter Ausklang  - Rose Wolfgarten erzählte auswendig und in Originalsprache ...

Am 18.11. im Anschluss an den Tag der offenen Tür war erneut Rose Wolfgarten in den Freiräumen zu Gast und verführte ihre erwachsenen Zuschauer in die Welt von Grimms Märchen. Als die Märchenerzählerin vor Jahren schon wahrnahm, dass die elektronischen Medien, Fernsehen, Hörbücher, Kinder- CDs ganz selbstverständlich das mündliche Erzählen verdrängen, erlernte und ergriff sie den Beruf der Märchenerzählerin. Sie wollte persönlich einem lebendigen Publikum gegenübertreten, den Zuhörern in die Augen sehen und erzählen, wirklich erzählen; nicht einmal ein Märchenbuch sollte dazwischen stehen. Sie wollte also die Erzählsituation herstellen, wie sie war, ehe die Märchen gesammelt, aufgeschrieben und zwischen Buchdeckel gebannt waren, nämlich willkommene gesellige (und gesellschaftliche) Unterhaltung, an langen Winterabenden im Kreis der Familie, beim Handarbeiten oder Silberputzen in der Gesindestube, zu der man zusammenkam, um einander zuzuhören. Rose Wolfgarten hat sich die Märchen der Brüder Grimm ausgesucht, und sie hat so viel Bewunderung und Achtung vor der hohen literarischen Qualität dieser kleinen sprachlichen Kunstwerke, dass sie diese wortwörtlich und in der Originalsprache weitergeben will. Deshalb hat sie sie auswendig gelernt und trägt sie im Kopf. Ihre Kunst, ihr Ziel, ihre Leidenschaft ist es, beim Erzählen absolute Gegenwärtigkeit zu schaffen, so, als geschähen die Dinge gerade in diesem Augenblick. Sie schaut ihr Publikum an und beobachtet, wie es – trotz der altertümlichen Sprache – nach und nach die eigene Gegenwart verliert und nur noch in der Gegenwart der Erzählung lebt und das gelang ihr am Sonntag zum dritten Mal in Folge. Ein märchenhafter Ausklang des Tages der offenen Tür bei frischem Kaffee und Butterkuchen.

Eine wunderbare Premierenlesung ...

Wunderbar aufmerksame und interessierte Gäste mit überraschend hohem Männeranteil für einen offiziell

entschleunigten historischen Kriminalroman mit dem Schwerpunkt Frauenrechte (knapp 25%!) waren zur Premierenlesung Frl. Broich von Heidi Möhker am Freitag, den 16.11.gekommen. Und tatsächlich aus Eigeninteresse und nicht als Begleitung! Dabei kamen die Erzählungen aus der Entstehungsgeschichte des Romans ebenso gut an wie die gelesenen Buchpassagen. Nicht zu vergessen, die beliebten Pausengespräche bei Getränken und Knabbereien, über Bonner Stadtpläne, Häuser und Stadtrundgängen. “Gerne komme ich im nächsten Jahr mit mit "Emma in Jeans" wieder. Durfte ich sie doch 2017 schon als unveröffentlichte Geschichte aus der Schublade in den Freiräumen vorstellen“, so Heidi Möhker. Wir freuen uns schon jetzt darauf!

Ein Kölner in Bonn, Kölsch und Halver Hahn ..

Am Donnerstag, 18.10. ging es auf literarische Zeitreise und Rolf D. Sabel las aus seinem Köln-Krimi „Landesverrat“. Geschickt verbindet er unterschiedlichen Handlungsstränge und Zeitebenen und schildert eindringlich und authentisch das Leben im zerstörten Köln der Nachkriegszeit sowie die Machtspiele im Weißen Haus in der heutigen Zeit. „Ein spannender Politikthriller um ein Geschehen, das weit in der Vergangenheit zurückliegt, das aber immer noch Auswirkungen auf die Gegenwart hat. Spannend waren auch die Einblicke, die der Autor zur Entstehung des Romans offenbarte und beeindruckend die Stimmgewalt, mit der Sabel Auszüge seines Thriller zum Besten gab. Ein gelungener Abend, zu dem auch Kölsch und Halver Hahn beitrugen.

Der Hütejunge in den Freiräumen ...

Leichtigkeit und Lachen beim Thema „Kriegskindheit“ – geht das? Ulrike Blatter bleibt in ihrem Roman „Der Hütejunge“ nah dran an den Gefühlen eines kleinen Jungen, der 1934 geboren wurde und einen kindlich unverstellten Blick auf den Alltag des Dritten Reiches bietet. Vieles, was im Rückblick entsetzlich und belastend ist, erscheint diesem kindlichen Helden als ein einziges großes Abenteuer. Ulrike Blatter gelang es bei ihrer Lesung fein nuanciert kindliche Gefühle darzustellen – auch wenn die Botschaft zwischen den Zeilen bei den Zuhörenden manchmal bewirkte, dass das Lachen im Halse steckenblieb. Die Autorin scheut kontroverse Themen nicht. In ihrem nächsten Roman, der 2019 erscheinen wird, geht es um eine Familie, deren Tochter zum IS nach Syrien verschwindet. Die Einnahmen der Lesung in den Freiräumen werden an die AWO-Bosnienhilfe gespendet und helfen jungen Menschen dort eine Perspektive aufzubauen. Dieses Projekt unterstützt Ulrike Blatter seit 2002. Weitere Infos hier: http://www.ulrike-blatter.de/mein-projekt-2/

"Noch einmal aufgeblättert", im Häuserkarrée und Glühwürmchen, die sterben ...

„Unter Taghimmeln und Abendschatten“ lautete der Titel der Veranstaltung mit der Lyrikerin Ingeborg

Brenne-Markner. Am Dienstag, 16.10. las sie aus ihrem neuen Gedichtband „Die langen Tage“ und trug weitere eigene Gedichte. "Wer Ingeborg Brenne-Markners Gedichte liest, geht in einer Bilderwelt spazieren, die sich fast ohne Anlass ausbreitet wie eine Landschaft. Ob sie über frisch geputzte Schuhe schreibt oder über Stoppelfelder – jeden Gegenstand nimmt sie in die Hand, betrachtet, fühlt sich ein, lässt sich führen und erfindet neu. Durch winzige Wendungen „Bäume, die einander grün sind“ – oder überraschende Vergleiche – „heute trägt der Tag seinen Igelschnitt“ fängt sie Stimmungen ein, knüpft Verbindungen zwischen außen und innen. Immer ist ihr typischer Ton zu hören: staunend, emotional, aber ohne Pathos", so kommentiert Iris Schürmann-Mock. Sie hat Recht und die Zugabe vom Glühwürmchen, das aus Liebe stirbt, rührte alle Zuhörer so sehr, dass es als Zugabe wiederholt werden musste.

Dritte Zeitreise mit Bea Tradt in eine Kindheit der 50er-Jahre ...

Bereits zum dritten Mal las Bea Tradt, erste Sängerin der legendären Band Sunny Skies und der derzeitigen Band

Sixties United in den Freiräumen. Nach den Erinnerungen an die Sechziger und Siebziger Jahre entführte sie am Mittwoch, 26.September, 14 Zuhörer im Rahmen der Lesereise Kontraste - Schwarz/weiß in die Fünfziger Jahre. Schon gleich von Beginn an wurde das Publikum musikalisch und „bildlich“ auf diese Zeitreise in ihre Vergangenheit eingestimmt. Sie lachten, schauten, sangen und erinnerten sich … tatsächlich gab es viele, viele Parallelen und Gemeinsamkeiten, die die Zuhörer, die in den Fünfziger Jahren ihre Kindheit verbrachten, miteinander verbanden. Schon in der Pause wurden lebhaft und angeregt Erinnerungen an jenes Jahrzehnt miteinander ausgetauscht.

 

Schwarzes Watt, Sturmflut, Mord und Dipps ...

Der bekannte Autor Hendrik Berg eröffnete mit seinem Küsten-Krimi „Schwarzes Watt“ am Freitag, den 14.9. die neue Lesungsreihe zur Ausstellung „Kontraste – schwarz/weiß: Eine aufziehende Sturmflut im Jahr 1634, ein brutales Verbrechen an einem lauen Sommerabend in Hamburg. Bei der Lesung in den Freiräumen verriet Hendrik Berg dem Publikum natürlich nicht, was dies alles mit einer Frau zu tun hat, die zwanzig Jahre später, während des Sommerurlaubs mit ihrer Familie in St. Peter-Ording, glaubt, dem Mörder ihrer Schwester begegnet zu sein. Die Neugierde war geweckt, die Atmosphäre der rauhen und manchmal mystisch anmutenden Küste spürbar, und viele der Zuhörer nutzen die Pause bei leckeren Dipps und Wein zum interessierten Austausch mit dem Autor. In der zweiten Hälfte der Veranstaltung lernte das Publikum „Watson“ kennen, einen sabbernden Riesenhund und sporadischen Begleiter des Kommissars. Die Auflösung des vierten Falls für Kommissar Krumme, der sich in seiner neuen Heimat Husum immer wohler fühlt, blieb natürlich weiterhin das Geheimnis des Autors. Hendrik Berg versicherte dem Publikum aber augenzwinkernd, dass „alle Handlungsfäden am Ende auf geniale Weise zusammengefügt“ würden. Wer sich davon überzeugen wollte, hatte die Gelegenheit, die Krimis mit persönlicher Widmung und sogar einer kleinen Zeichnung des Autors zu erwerben. Ein paar signierte Exemplare des Küstenkrimis „Schwarzes Watt“ sind auch noch im neuen Buchregal der Freiräume erhältlich.

Perfekter Abschluss der Lesereihe Dimensionen nah und fern mit Anja Eichbaum

Mit einen Cocktail in der Hand, im Schatten der Bäume, genossen die Zuschauer den perfekten Sommerabend im Garten der Freiräume und lauschten der Lesung von Anja Eichbaum. Die sympathische Autorin schaffte es mit Leichtigkeit, das Publikum gedanklich nach Norderney zu entführen - dem Handlungsort ihres Krimis

"Inselcocktail". Angereichert mit interessanten und witzigen Geschichten rund um die Entstehungsgeschichte ihres Buchs sowie über die Besonderheiten der Polizeiarbeit auf einer Insel, unterhielt Eichbaum die Zuhörer. Die Lesung am Freitag beendete die abwechslungs- und erfolgreiche Lesungsreihe zum Thema "Dimensionen - nah und fern" in den Freiräumen.

 

Heimsuchung - eine mecklenburgische Familiensaga über Fremdheit und Zusammenhalt

Die Matinee-Lesung mit Christel Spindler fand bei herrlichem Wetter im Garten der Freiräume statt.

Unter einem großen Baum sitzend, lauschten die Zuschauer am Sonntag, dem 6. Mai der Autorin,

die aus ihrem Roman "HeimSuchung" las. Die in Mecklenburg geborene Spindler erzählte eine leise

und eindringliche Familiengeschichte, mit erkennbar autobiographischen Bezügen. Keine leichte Kost,

aber gerade deshalb - oder trotzdem - passte sie so wunderbar in die frühsommerliche Umgebung, die

die Autorin sogar ein wenig an einen Garten in ihrem Geburtsort erinnert, den sie in ihrem Roman beschreibt.

Am Freitag, dem 13. las Paul Schaffrath aus seinem Provence-Krimi ...

Am Freitag, dem 13. (April) konnten die Zuschauer einen stimmungsvollen Abend in den Freiräumen genießen. Bei der spannenden und unterhaltsamen Lesung aus seinem Krimi „Der Nebel von Avignon“ entführte der Autor Paul Schaffrath die Zuschauer in eine provenzalische Kleinstadt, deren Postkartenidylle sich schnell als trügerisch erwies. In der Pause hatten die Zuhörer bei französischem Wein, Baguette und köstlichen Dips die Gelegenheit mit dem Autor und Verleger ins Gespräch zu kommen. In der zweiten Hälfte der Lesung unterhielt Schaffrath das

Publikum mit seiner gut gewählten, mörderischen Kurzgeschichte aus dem Buch „Zwischen Godorf und Gomorrah“.

Am Dienstag, 20. März las Gigi Louisoder aus ihren Kurzgeschichten ...

Aus ihrem Buch „Irgendwas ist immer" erzählte Gigi Louisoder wie ein Mann zum Schmuckstück, eine Fahrt mit dem Jaguar zur Katastrophe und eine Beerdigung an den Polarkreis führte. Da half Sport gegen Bosheiten und alte Träume wurden wahr. Eine Lesung für alle, die lieber zuhörten als die Zeit totzuschlagen – denn irgendwas ist schließlich immer. "Der intime Charakter der Freiräume und die Atmosphäre haben mir gefallen" - so die Rückmeldung eines Zuhörers - "ich komme gerne wieder."

Am Dienstag, 13. März war love in the air ...

Am 13. März ging die unterhaltsame Zeitreise in Form von heiteren Erinnerungen in Wort, Bild und Ton an die wilden und bunten 70er-Jahre mit Bea Tradt weiter. Es wurde viel gelacht bei dem Rückblick auf die damaligen

„Mode-Entgleisungen“, die wir alle mitgemacht haben, ebenso wie die „Trimm-Dich“-Bewegung, bei Erinnerungen an Telefonzellen mit vollgeschmierten Telefonbüchern, Schreibmaschinen, mit denen man sich nicht verschreiben durfte, „gesunden“ Menthol-Zigaretten, die bei Halsschmerzen halfen, dem Kuppelei-Paragraphen, es wurde

mitgesungen bei den Songs von Abba, Marianne Rosenberg und den BeeGees, und wieder waren wir uns alle einig, dass – unter bewusster Ausblendung der politischen Ereignisse, die wir damals zwar mitbekamen, die uns aber nicht persönlich tangierten, auch die Siebziger ein tolles Jahrzehnt war, das uns alle geprägt hat! Und die kleine Brotzeit in der Pause mundete auch wie man sieht.

Freitag, 09.03.2018 hieß es: „Island – Insel aus Feuer und Eis“ ...

Die Übersetzerin Tina Flecken erzählte von ihrer Arbeit mit isländischer Literatur und gab Kostproben ihres Schaffens. Moderiert wurde die Lesung von der Bonner Krimiautorin Alexa Thiesmeyer.

Viele Zuhörer, die am 9. März in die Freiräume gekommen waren, haben Island bereits selbst bereist und teilen die Begeisterung und Faszination für das "Land aus Feuer und Eis" mit der Kölner Übersetzerin Tina Flecken und der Bonner Krimiautorin Alexa Thiesmeyer. In einem angeregten Gespräch erläutert Flecken, die mehrere Jahren in Island gelebt und an der Universität in Reykjavik Isländisch studiert hat, den interessierten Zuhörern die Besonderheiten der Übersetzung aus einer Sprache, die zum Teil - abgesehen von stärkeren Veränderungen

in der Aussprache und vielen Wortneuschöpfungen - noch fast identisch mit der alten Wikingersprache, dem Altnordischen ist. Kostproben auf Isländisch gab es beim Vorlesen einiger Bónus Supermarktgedichte von

Andri Snær Magnason und einem kleinen Auszug aus den berühmten Islandsagas, an deren Neuübersetzung Flecken mitgewirkt hat. Dass die unterschiedlichen Nuancen des Fells von Schafen eine Übersetzerin fast an ihre Grenzen bringen können und der typisch isländische „Hot Pot“ nicht als richtige Übersetzung erkannt wird und kurzerhand vom Verlag zum „Hot Tub“ verunglimpft wird, erfuhren die Zuhörer ebenfalls. Natürlich kam auch der

isländische Krimi nicht zu kurz und Flecken stellte u.a. die Autorin Yrsa Sigurdardóttir vor, deren Bücher sie übersetzt. Die Zuhörer nahmen viele neue Eindrücke über die Besonderheiten des weiten Landes mit

all seinen Naturphänomenen mit, das aber auch manchmal fast zu eng sein kann, wenn sich das kulturelle Leben nur in der Hauptstadt abspielt und jeder jeden kennt. Die Frage, ob es wirklich Elfen in Island gibt, konnte nicht

abschließend geklärt werden.

Dienstag, den 20. Februar 2018 um 15.30 Uhr "Das bisschen Schillern einer Spur "

- Prosa und Lyrik von und mit Marita Bagdahn und Marlies Förster.

Mit „Das bisschen Schillern einer Spur“ ging am 20. Februar das Lesungsprogramm zur Ausstellung Kuns(wechsel) und Spurensuche erfolgreich zu Ende. Die Bonner Autorinnen Marlies Förster und Marita Bagdahn nahmen die zahlreichen aufmerksamen Zuhörer*innen (volles Haus!) mit einer gelungenen Mischung aus Lyrik und Prosa mit auf den Weg in innere und äußere Welten. Gebannt lauschten die Gäste den schillernden, poetischen, nachdenklichen, amüsanten und spannenden Gedichten und Texten. Marlies Förster trug Gedichte aus ihrem neuen Lyrikband „Wegzeichen“ vor, gefolgt von Romanschnipseln aus ihrem Roman „Das bisschen Schillern einer Spur“ und endete mit Gedichten aus dem Band „Libellentanz“.Marita Bagdahn las neben Geschichten aus ihrer Anthologie „Schlüsselkind“ zum Teil noch unveröffentlichte Texte und Gedichte von Liebe und von Spiegeln.

Freitag, den 16. Februar 2018 um 19.30 Uhr stellte Karin Büchel ihren neuen Krimi „Die Toten vom Ennert“ vor.

Karin Büchel nahm die Zuhörer mit auf eine Reise in die Welt der Verbrechen. Sie las aus Ihrem gerade erschienenen Kriminalroman 'Die Toten vom Ennert'. Es brauchte nicht viel um Spannung zu erzeugen. Lediglich gedämmtes Licht, Kerzenschein und ein interessiertes, neugieriges Publikum. Die Beueler Autorin stellte die Kommissarin Mira Jäger sowie weitere Protagonisten vor. Markante Szenen wurden lebhaft vorgetragen, über

Recherchearbeit erzählt und die Zuhörer konnten sich so auf die Spuren der Verbrechen begeben. Eine kriminelle Reise in den Ennert.

Mittwoch, 14. Februar 2018 um 15.30 Uhr hieß es mit Prof. Vollmer  "Wie? Sie sind auch schon siebzig?"

„Wie? Sie sind auch schon siebzig?“ lautet der Titel seines aktuellen Buches - einer Sammlung, die sich unter anderem, auf charmante Weise, mit den Tücken des Älterwerdens beschäftigen. Mit einem Augenzwinkern und einer ausgezeichneten Beobachtungsgabe, unterhielt der emeritierte Professor für Chemiedidaktik die Zuschauer mit einem Potpourri von hintergründigen, skurillen, ironischen und humorvollen Geschichten.

Sonntag, 4. Februar 2018 um 16.30 Uhr begab sich Bea Tradt mit den Zuschauern auf eine unterhaltsame Zeitreise in die 60er-Jahre: "Mit 17 hat man noch Träume - Heitere Erinnerungen an Pubertät und Jugend im Bonn der verrückten Sixties" 

Bea Tradt las aus der Trilogie ihrer Erinnerungen über die 50er, 60er und 70er Jahren, begleitet von vielen Bildern und Fotos der Zeit sowie den Gassenhauern der Sechziger Jahre. Und der Raum war voll besetzt! Offensichtlich erinnern sich doch immer noch auch die „Bestager“ – bzw. „Babyboomer“, Anfang der Fünfziger Jahre geboren, gern an ihre Jugend in den Sechziger Jahren, in deren Verlaufe sich die Bilder von schwarz-weiß zu üppig bunt wandelten, alles zum ersten Mal erlebt wurde – von der ersten Schallplatte, den ersten Jugendsendungen, den ersten Jugendzeitschriften, der Abnabelung vom Elternhaus, dem ersten Kuss, der ersten Teenagerliebelei. Und das alles vor dem Hintergrund von wahrlich bewegenden politischen Ereignissen und einem sich in schwindelnden

Tempo ändernden Zeitgeist, deren Tragweite den minderjährigen Protagonisten aber weitgehend verschlossen blieb. Das dieser gelungene Nachmittag fortgesetzt werden muss, darin waren sich alle einig.

Freitag, 2. Februar 2018 um 19.30 Uhr Kriminelle Spuren -  Szenische Lesung aus Kriminalromanen von Alexa Thiesmeyer mit Schauspielern der Bonner Theatergruppe "Die Startisten"

„Kriminelle Spurensuche“ – eine etwas andere Lesung als üblich. Spurensuche ist das klassische Zentralthema jedes Kriminalromans: Sein Schöpfer legt Spuren, die die Ermittler - meist nach einigen Fehlschlägen und Irrtümern – entwirren, um schließlich die richtige zu finden, die zum Täter führt. Für die Leser heißt das: Spuren finden sich in jedem Kapitel, in jeder Szene, manchmal offen, manchmal verborgen. Für die Krimi-Autorin Alexa Thiesmeyer bedeutete Spurensuche außerdem eine Reise zu Themen der Vergangenheit sowie das Aufsuchen inspirierender Orte wie einsame Brücken und Hohlwege im Wald und der unbefugte Blick über private Mauern … Hieran lies sie ihre Zuhörer mit ihrer lebendigen Erzählweise und Ausschnitten aus ihren Werken. Das Besondere an diesem Abend in den Freiräumen: Alexa Thiesmeyer standen drei Schauspieler der Bonner Theatergruppe „Die Startisten“ zur Seite. Karola Faber, Jürgen Fröbisch und Reinhard Thiesmeyer ließen Szenen aus vier erfolgreichen Romanen für die Zuhörer lebendig werden. Ein gelungener Abend vor ausverkauftem Haus.

Mittwoch, 31. Januar 2018 um 10.30 Uhr erzählte Ellen Klandt von ihrer eigenen Spurensuche im Rahmen der Lesung aus ihrem Buch „Zwei schöne Fensterplätze in den Krieg“.

„Zwei schöne Fensterplätze in den Krieg“- Die Geschichte eines Bonner Paares. Zwei junge Menschen schreiben sich Liebesbriefe. Franz ist als Soldat vor Leningrad, erlebt die Belagerung der Stadt und den Rückzug seiner Einheit bis an die Westfront. Von Kämpfen ist die Rede, aber auch von ausufernden Feiern hinter der Front. Annelie lebt im Bonner Norden bei ihren Eltern, berichtet über Bombardements, aber auch von heiteren Abenden unter Freundinnen - so viel zum Inhalt. In den hellen, freundlichen Räumen Am Herrengarten fand die Lesung der Kriegsgeschichte eines Bonner Paares vor einem kleinen, sehr interessierten und diskussionsfreudigen Publikum statt. In der Pause standen Plätzchen und Kaffee bereit, so dass in zwangloser Runde über eigene Kriegserinnerungen in frühester Kindheit oder über die Verarbeitung bzw. das Schweigen der Eltern erzählt wurde. Ein interessanter Vormittag, der noch nachwirken wird. Bei Interesses bieten die Freiräume einen Workshop mit Frau Klandt an. (Bei Interesse Kontaktaufnahme über das Kontaktformular)

 

Dienstag, 30. Januar 2018 um 15.30 Uhr

Ursula Kosser nahm die Zuhörer mit auf eine Reise in Die geheimnisvolle Welt der Tagebücher unbekannter Menschen"

Der Psychiater am Ende unseres Armes, Hort für peinliche Teenie-Geständnisse oder geräumige Reisetasche fürs eigene Leben. All das können Tagebücher sein. Zuhörend und in hochinteressanten Gesprächen entdeckten die TeilnehmerInnen am Dienstag, 30.1. die „Geheimnisvolle Welt der Tagebücher“. Unzensiert zwischen zwei Buchdeckeln einfach einmal alles aussprechen und loswerden können. Ein faszinierender Reiz. Viele gingen nach den lebhaften zwei Stunden mit dem festen Willen nach Hause: „Ich schreibe wieder Tagebuch oder fange damit an“. Tagebuch 2.0 – das kann man auch vertiefen und lernen beim Workshop "Die Welt der Tagebücher".

(siehe Kursseite) Termine auf Anfrage.

Sonntag, 28. Januar 2018 als Matinee um 11 Uhr

Harald Gesterkamp las aus „Humboldtstraße Zwei“

Zur Literatur-Matinee kam am Sonntag, 28. Januar 2018, der Bonner Schriftsteller und Deutschlandfunk-Redakteur Harald Gesterkamp in die Freiräume und stellte seinen Roman „Humboldtstraße Zwei“ vor. Gebannt lauschten die Besucherinnen und Besucher, als er verschiedene Auszüge aus seinem Buch vorlas, in dem auf 468 Seiten und in drei Zeitebenen die Geschichte einer deutschen Familie zwischen 1934 und 2014 geschildert wird. Insgesamt nicht immer leichte Kost, denn es geht um einen Richter in der NS-Zeit, um Gräuel vor und während des Zweiten Weltkrieges sowie um Flucht und Vertreibung aus Schlesien. Aber Gesterkamp berichtet auch über den Aufbruch und Neuanfang der Tochter des Richters im Rheinland (nach Ende des Krieges), wobei das Kapitel, das einen Ausflug in den 50er Jahren mit der Isetta in die frische Bundeshauptstadt Bonn und zum Drachenfels zum Inhalt hat, bei den Zuhörern besondere Aufmerksamkeit erhielt. Ein wichtiger Aspekt des Romans widmet sich der Spurensuche des Enkels des Richters nach den Wurzeln seiner Familie - und so schlug der Autor einen Bogen zur aktuellen Ausstellung in den Freiräumen unter dem Titel „Kunst(Wechsel) und Spurensuche“.

Freitag, 26. Januar 2018 um 19.30 Uhr

Das Bonner Autorentrio Lit-Eratum las Geschichten, die das Leben schrieb

Ein Bonner Autoren-Trio, das ganz offensichtlich Spaß daran hat, die Zuhörer mit skurrilen, absurden und komischen Texten zum Schmunzeln und zum Lachen zu bringen. „Lit-Eratum“ – das sind: Stefanie Endemann, Anja Martin und Herbert Reichelt. Sie begeisterten die Zuhörer am Freitagabend (26. Januar 2018) in den „Freiräumen“ mit Geschichten über Engel auf Abwegen, Manager auf verlorenem Posten, über Züge, die (nicht) überall halten und reichlich mehr aus ihrem wunderbar vielseitigen und unterhaltsamen Repertoire. Stefanie Endemann schilderte eindringlich den inneren Kampf eines „Nachkriegskindes“ mit einem Joghurt, dessen Mindesthaltbarkeitsdatum schon lange abgelaufen war – am Ende obsiegt übrigens der archaische Teil des Gehirns, der nach Sicht- und Riechprobe zum eindeutigen Ergebnis kommt: „Das ist gut!“ Und auch mit ihrer Geschichte über einen Schutzengel, der die Lust verloren hatte, Banker, Verbrecher und andere dunkle Gestalten zu retten, zauberte Stefanie Endemann ein Lächeln in die Gesichter der Zuhörer. Anja Martins entführte die Zuhörer mit ihrer skurrilen Kurzgeschichte „Mann mit Hut“ in eine Szenerie, in der alles auf dem Kopf steht: Es geht um einen passionierten Spaziergänger, dem seine Frau einen Hut schenkt, nicht irgendeinen, sondern einen edlen Stetson mit breiter Krempe. Fortan setzt der Mann, wenn er das Haus verlässt, seinen Hut nicht auf den Kopf, sondern nimmt ihn an die Leine. Bei aller Absurdität sind die Zuhörer schon nach kurzer Zeit gefangen im Mitgefühl für die beiden Eheleute, die einander nicht verletzen wollen und so das absurde Geschehen einfach als „Normalzustand“ akzeptieren. Und der Hut? Der „versuchte mitzukommen.“ Ebenso schön die Geschichte vom Zahnarzt, der das Gebiss seiner Frau versteckt. Nicht aus Bosheit, sondern weil er – nach Jahrzehnten Berufspraxis – nur noch Münder ohne Zähne wirklich schön findet. Herbert Reichelt knüpfte mit seinen komischen Gedichten an die „Tücken des Alltags“ an. Der Aufbau eines BILLY-Regals wurde dabei zu einem ebenso ergiebigen Quell von Situationskomik wie die Ankündigung der Deutschen Bahn, dass ein Zug nach Au an der Sieg „überall“ halte. Zwar scheute der Autor das Experiment, mit diesem Zug ins Weltall zu fahren – heute aber denkt er: „Schade!“ Die Fülle an Einfällen und Wendungen, mit denen die Geschichten und Gedichte der drei Autoren gespickt waren, machten Lust auf mehr, und so kam „Lit-Eratum“ um eine Zugabe nicht herum. Man darf sicher sein, dass diejenigen, die sich dieses Feuerwerk an skurrilen und komischen Texten nicht haben entgehen lassen, zufrieden nach Hause gegangen sind.