Rückblick 2018

Ausstellung Kunst(wechsel) und Spurensuche

von 26.01. bis 25.02.2018

Gebrauchte Kunst von Liebhabern für neue Liebhaber ...

Vom 26.01. – 25.02.2018 fand einmal selbst erstandene Kunst, die auf Speichern oder in Kellern ein vergessenes Dasein fristete, neue Liebhaber. Die nächste Ausstellung(Kunst)wechsel und Spurensuche eröffnete die Möglichkeit, diese Interessierten zu zeigen. Darüber hinaus waren bekannte und weniger bekannte Künstler zu sehen sein.

Eine Bilderauswahl ...

Eindrücke der Vernissage in Bild

Die Ausstellung Kunst(wechsel) und Spurensuche ging zu Ende ....

Letztmalig nutzten Besucher am Sonntag, den 25.02. die Gelegenheit zum Besuch der Ausstellung. Das ein und andere Bild fand neue Liebhaber - die Idee des Kunstwechsels. Eine Wiederholung ist wünschenswert - so die einhellige Meinung.

Lesungen als Rahmenprogramm

zur Ausstellung Kunst(wechsel) und Spurensuche

vom 26.01.bis 25.02.2018

 

Lesungen im Über-  und Rückblick 

Dienstag, den 20. Februar 2018 um 15.30 Uhr "Das bisschen Schillern einer Spur "

- Prosa und Lyrik von und mit Marita Bagdahn und Marlies Förster.

Mit „Das bisschen Schillern einer Spur“ ging am 20. Februar das Lesungsprogramm zur Ausstellung Kuns(wechsel) und Spurensuche erfolgreich zu Ende. Die Bonner Autorinnen Marlies Förster und Marita Bagdahn nahmen die zahlreichen aufmerksamen Zuhörer*innen (volles Haus!) mit einer gelungenen Mischung aus Lyrik und Prosa mit auf den Weg in innere und äußere Welten. Gebannt lauschten die Gäste den schillernden, poetischen, nachdenklichen, amüsanten und spannenden Gedichten und Texten. Marlies Förster trug Gedichte aus ihrem neuen Lyrikband „Wegzeichen“ vor, gefolgt von Romanschnipseln aus ihrem Roman „Das bisschen Schillern einer Spur“ und endete mit Gedichten aus dem Band „Libellentanz“.Marita Bagdahn las neben Geschichten aus ihrer Anthologie „Schlüsselkind“ zum Teil noch unveröffentlichte Texte und Gedichte von Liebe und von Spiegeln.

Freitag, den 16. Februar 2018 um 19.30 Uhr stellte Karin Büchel ihren neuen Krimi „Die Toten vom Ennert“ vor.

Karin Büchel nahm die Zuhörer mit auf eine Reise in die Welt der Verbrechen. Sie las aus Ihrem gerade erschienenen Kriminalroman 'Die Toten vom Ennert'. Es brauchte nicht viel um Spannung zu erzeugen. Lediglich gedämmtes Licht, Kerzenschein und ein interessiertes, neugieriges Publikum. Die Beueler Autorin stellte die Kommissarin Mira Jäger sowie weitere Protagonisten vor. Markante Szenen wurden lebhaft vorgetragen, über

Recherchearbeit erzählt und die Zuhörer konnten sich so auf die Spuren der Verbrechen begeben. Eine kriminelle Reise in den Ennert.

Mittwoch, 14. Februar 2018 um 15.30 Uhr hieß es mit Prof. Vollmer  "Wie? Sie sind auch schon siebzig?"

„Wie? Sie sind auch schon siebzig?“ lautet der Titel seines aktuellen Buches - einer Sammlung, die sich unter anderem, auf charmante Weise, mit den Tücken des Älterwerdens beschäftigen. Mit einem Augenzwinkern und einer ausgezeichneten Beobachtungsgabe, unterhielt der emeritierte Professor für Chemiedidaktik die Zuschauer mit einem Potpourri von hintergründigen, skurillen, ironischen und humorvollen Geschichten.

Sonntag, 4. Februar 2018 um 16.30 Uhr begab sich Bea Tradt mit den Zuschauern auf eine unterhaltsame Zeitreise in die 60er-Jahre: "Mit 17 hat man noch Träume - Heitere Erinnerungen an Pubertät und Jugend im Bonn der verrückten Sixties" 

Bea Tradt las aus der Trilogie ihrer Erinnerungen über die 50er, 60er und 70er Jahren, begleitet von vielen Bildern und Fotos der Zeit sowie den Gassenhauern der Sechziger Jahre. Und der Raum war voll besetzt! Offensichtlich erinnern sich doch immer noch auch die „Bestager“ – bzw. „Babyboomer“, Anfang der Fünfziger Jahre geboren, gern an ihre Jugend in den Sechziger Jahren, in deren Verlaufe sich die Bilder von schwarz-weiß zu üppig bunt wandelten, alles zum ersten Mal erlebt wurde – von der ersten Schallplatte, den ersten Jugendsendungen, den ersten Jugendzeitschriften, der Abnabelung vom Elternhaus, dem ersten Kuss, der ersten Teenagerliebelei. Und das alles vor dem Hintergrund von wahrlich bewegenden politischen Ereignissen und einem sich in schwindelnden

Tempo ändernden Zeitgeist, deren Tragweite den minderjährigen Protagonisten aber weitgehend verschlossen blieb. Das dieser gelungene Nachmittag fortgesetzt werden muss, darin waren sich alle einig.

Freitag, 2. Februar 2018 um 19.30 Uhr Kriminelle Spuren -  Szenische Lesung aus Kriminalromanen von Alexa Thiesmeyer mit Schauspielern der Bonner Theatergruppe "Die Startisten"

„Kriminelle Spurensuche“ – eine etwas andere Lesung als üblich. Spurensuche ist das klassische Zentralthema jedes Kriminalromans: Sein Schöpfer legt Spuren, die die Ermittler - meist nach einigen Fehlschlägen und Irrtümern – entwirren, um schließlich die richtige zu finden, die zum Täter führt. Für die Leser heißt das: Spuren finden sich in jedem Kapitel, in jeder Szene, manchmal offen, manchmal verborgen. Für die Krimi-Autorin Alexa Thiesmeyer bedeutete Spurensuche außerdem eine Reise zu Themen der Vergangenheit sowie das Aufsuchen inspirierender Orte wie einsame Brücken und Hohlwege im Wald und der unbefugte Blick über private Mauern … Hieran lies sie ihre Zuhörer mit ihrer lebendigen Erzählweise und Ausschnitten aus ihren Werken. Das Besondere an diesem Abend in den Freiräumen: Alexa Thiesmeyer standen drei Schauspieler der Bonner Theatergruppe „Die Startisten“ zur Seite. Karola Faber, Jürgen Fröbisch und Reinhard Thiesmeyer ließen Szenen aus vier erfolgreichen Romanen für die Zuhörer lebendig werden. Ein gelungener Abend vor ausverkauftem Haus.

Mittwoch, 31. Januar 2018 um 10.30 Uhr erzählte Ellen Klandt von ihrer eigenen Spurensuche im Rahmen der Lesung aus ihrem Buch „Zwei schöne Fensterplätze in den Krieg“.

„Zwei schöne Fensterplätze in den Krieg“- Die Geschichte eines Bonner Paares. Zwei junge Menschen schreiben sich Liebesbriefe. Franz ist als Soldat vor Leningrad, erlebt die Belagerung der Stadt und den Rückzug seiner Einheit bis an die Westfront. Von Kämpfen ist die Rede, aber auch von ausufernden Feiern hinter der Front. Annelie lebt im Bonner Norden bei ihren Eltern, berichtet über Bombardements, aber auch von heiteren Abenden unter Freundinnen - so viel zum Inhalt. In den hellen, freundlichen Räumen Am Herrengarten fand die Lesung der Kriegsgeschichte eines Bonner Paares vor einem kleinen, sehr interessierten und diskussionsfreudigen Publikum statt. In der Pause standen Plätzchen und Kaffee bereit, so dass in zwangloser Runde über eigene Kriegserinnerungen in frühester Kindheit oder über die Verarbeitung bzw. das Schweigen der Eltern erzählt wurde. Ein interessanter Vormittag, der noch nachwirken wird. Bei Interesses bieten die Freiräume einen Workshop mit Frau Klandt an. (Bei Interesse Kontaktaufnahme über das Kontaktformular)

 

Dienstag, 30. Januar 2018 um 15.30 Uhr

Ursula Kosser nahm die Zuhörer mit auf eine Reise in Die geheimnisvolle Welt der Tagebücher unbekannter Menschen"

Der Psychiater am Ende unseres Armes, Hort für peinliche Teenie-Geständnisse oder geräumige Reisetasche fürs eigene Leben. All das können Tagebücher sein. Zuhörend und in hochinteressanten Gesprächen entdeckten die TeilnehmerInnen am Dienstag, 30.1. die „Geheimnisvolle Welt der Tagebücher“. Unzensiert zwischen zwei Buchdeckeln einfach einmal alles aussprechen und loswerden können. Ein faszinierender Reiz. Viele gingen nach den lebhaften zwei Stunden mit dem festen Willen nach Hause: „Ich schreibe wieder Tagebuch oder fange damit an“. Tagebuch 2.0 – das kann man auch vertiefen und lernen beim Workshop "Die Welt der Tagebücher".

(siehe Kursseite) Termine auf Anfrage.

Sonntag, 28. Januar 2018 als Matinee um 11 Uhr

Harald Gesterkamp las aus „Humboldtstraße Zwei“

Zur Literatur-Matinee kam am Sonntag, 28. Januar 2018, der Bonner Schriftsteller und Deutschlandfunk-Redakteur Harald Gesterkamp in die Freiräume und stellte seinen Roman „Humboldtstraße Zwei“ vor. Gebannt lauschten die Besucherinnen und Besucher, als er verschiedene Auszüge aus seinem Buch vorlas, in dem auf 468 Seiten und in drei Zeitebenen die Geschichte einer deutschen Familie zwischen 1934 und 2014 geschildert wird. Insgesamt nicht immer leichte Kost, denn es geht um einen Richter in der NS-Zeit, um Gräuel vor und während des Zweiten Weltkrieges sowie um Flucht und Vertreibung aus Schlesien. Aber Gesterkamp berichtet auch über den Aufbruch und Neuanfang der Tochter des Richters im Rheinland (nach Ende des Krieges), wobei das Kapitel, das einen Ausflug in den 50er Jahren mit der Isetta in die frische Bundeshauptstadt Bonn und zum Drachenfels zum Inhalt hat, bei den Zuhörern besondere Aufmerksamkeit erhielt. Ein wichtiger Aspekt des Romans widmet sich der Spurensuche des Enkels des Richters nach den Wurzeln seiner Familie - und so schlug der Autor einen Bogen zur aktuellen Ausstellung in den Freiräumen unter dem Titel „Kunst(Wechsel) und Spurensuche“.

Freitag, 26. Januar 2018 um 19.30 Uhr

Das Bonner Autorentrio Lit-Eratum las Geschichten, die das Leben schrieb

Ein Bonner Autoren-Trio, das ganz offensichtlich Spaß daran hat, die Zuhörer mit skurrilen, absurden und komischen Texten zum Schmunzeln und zum Lachen zu bringen. „Lit-Eratum“ – das sind: Stefanie Endemann, Anja Martin und Herbert Reichelt. Sie begeisterten die Zuhörer am Freitagabend (26. Januar 2018) in den „Freiräumen“ mit Geschichten über Engel auf Abwegen, Manager auf verlorenem Posten, über Züge, die (nicht) überall halten und reichlich mehr aus ihrem wunderbar vielseitigen und unterhaltsamen Repertoire. Stefanie Endemann schilderte eindringlich den inneren Kampf eines „Nachkriegskindes“ mit einem Joghurt, dessen Mindesthaltbarkeitsdatum schon lange abgelaufen war – am Ende obsiegt übrigens der archaische Teil des Gehirns, der nach Sicht- und Riechprobe zum eindeutigen Ergebnis kommt: „Das ist gut!“ Und auch mit ihrer Geschichte über einen Schutzengel, der die Lust verloren hatte, Banker, Verbrecher und andere dunkle Gestalten zu retten, zauberte Stefanie Endemann ein Lächeln in die Gesichter der Zuhörer. Anja Martins entführte die Zuhörer mit ihrer skurrilen Kurzgeschichte „Mann mit Hut“ in eine Szenerie, in der alles auf dem Kopf steht: Es geht um einen passionierten Spaziergänger, dem seine Frau einen Hut schenkt, nicht irgendeinen, sondern einen edlen Stetson mit breiter Krempe. Fortan setzt der Mann, wenn er das Haus verlässt, seinen Hut nicht auf den Kopf, sondern nimmt ihn an die Leine. Bei aller Absurdität sind die Zuhörer schon nach kurzer Zeit gefangen im Mitgefühl für die beiden Eheleute, die einander nicht verletzen wollen und so das absurde Geschehen einfach als „Normalzustand“ akzeptieren. Und der Hut? Der „versuchte mitzukommen.“ Ebenso schön die Geschichte vom Zahnarzt, der das Gebiss seiner Frau versteckt. Nicht aus Bosheit, sondern weil er – nach Jahrzehnten Berufspraxis – nur noch Münder ohne Zähne wirklich schön findet. Herbert Reichelt knüpfte mit seinen komischen Gedichten an die „Tücken des Alltags“ an. Der Aufbau eines BILLY-Regals wurde dabei zu einem ebenso ergiebigen Quell von Situationskomik wie die Ankündigung der Deutschen Bahn, dass ein Zug nach Au an der Sieg „überall“ halte. Zwar scheute der Autor das Experiment, mit diesem Zug ins Weltall zu fahren – heute aber denkt er: „Schade!“ Die Fülle an Einfällen und Wendungen, mit denen die Geschichten und Gedichte der drei Autoren gespickt waren, machten Lust auf mehr, und so kam „Lit-Eratum“ um eine Zugabe nicht herum. Man darf sicher sein, dass diejenigen, die sich dieses Feuerwerk an skurrilen und komischen Texten nicht haben entgehen lassen, zufrieden nach Hause gegangen sind.